12.06.2026

„Zum Greifen nah“: Händepaare erzählen Geschichten vom Leben auf der Straße

Die Ausstellung „Zum Greifen nah: das Leben von der Straße“ macht die Lebensgeschichten ehemals wohnungsloser Menschen sichtbar. Anhand von in Gips gegossenen Händepaaren und persönlichen Biografien erhalten Besuchende einen eindrucksvollen Einblick in die Lebensrealitäten wohnungsloser Menschen.

„Oft erzählen Hände die beeindruckendsten Geschichten, die man oft nicht – so wie in unserem Fall – auf den ersten Blick mit Wohnungslosigkeit in Verbindung bringt“, erklärt Jasmin Hinze von der Diakonischen Gesellschaft Wohnen und Beraten (DWB). Gemeinsam mit ihrem Kollegen Michael Bahn rief sie deswegen im vergangenen Jahr im Rahmen des 150. Jubiläums der DWB die Ausstellung „Zum Greifen nah: das Leben von der Straße“ ins Leben. Seitdem wurden an zahlreichen Orten in Braunschweig Händepaare ehemaliger Wohnungsloser präsentiert, wobei jedes von ihnen seine eigene Geschichte erzählt. „Mit der Ausstellung wollen wir vor allem die Sichtbarkeit von Menschen stärken, die häufig übersehen werden. Hinter jeder Hand steckt eine individuelle Lebensgeschichte mit Erfahrungen, Brüchen, Erfolgen und Hoffnungen. Diese möchten wir sichtbar und greifbar machen“, so Hinze.

Erster Stopp in Hannover

Seit dem 9. Juni sind ausgewählte Händepaare der Ausstellung nun auch in Hannover am Campus Kleefeld der Fakultät V – Diakonie, Gesundheit und Soziales zu entdecken. „Ausstellungen an unserer Fakultät sind immer wieder eine wertvolle Möglichkeit, gesellschaftlich relevante Themen an die Hochschule zu bringen und Diskussionen anzustoßen. Umso mehr freuen wir uns, die Gelegenheit zu haben, diese besondere Ausstellung nun auch in Hannover präsentieren zu können. Jedes der ausgestellten Händepaare erzählt eine eigene Geschichte, die wir auf eindrucksvolle Weise sehen und sogar hören können“, berichtet Prof. Dr. Andreas Eickhorst, Dekan der Fakultät V.

Ergänzt werden die in Gips gegossenen Hände durch kleine Plaketten, die Einblicke in ihre Biografien geben und zeigen, dass hinter jeder Geschichte ein Mensch mit persönlichen Erfahrungen, Fähigkeiten und Lebenswegen steht sowie künstlerisch gestaltete Accessoires, die die Geschichten emotional untermauern. Über QR-Codes können Besuchende die Menschen hinter den Handabdrücken selbst zu Wort kommen lassen. Die Ausstellung lädt Besuchende dazu ein, sich in ihrem eigenen Tempo mit dem Thema auseinanderzusetzen und neue Perspektiven auf Wohnungslosigkeit zu gewinnen.

Perspektivwechsel ermöglichen

Entstanden ist das Projekt aus einer früheren Ausstellung zum Jubiläum eines Tagestreffs der DWB. Die positiven Reaktionen sowohl der Beteiligten als auch der Besuchenden führten dazu, das Konzept weiterzuentwickeln und einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Ziel der Ausstellung ist es, Verständnis für die Lebensrealitäten wohnungsloser Menschen zu schaffen und einen Perspektivwechsel anzustoßen.

Die Ausstellung „Zum Greifen nah: das Leben von der Straße“ ist noch bis zum 29. Juni 2026 im Gebäude 3E der Fakultät V – Diakonie, Gesundheit und Soziales am Campus Kleefeld zu sehen. Der Besuch ist kostenfrei.