Für den Nachhaltigkeitsbericht 2025/26 wurden die Lehrenden und Forschenden nach ihren Beiträgen zur nachhaltigen Entwicklung gefragt. Die Auflistung aller Einsendungen finden Sie hier. Alle Texte wurden von jeweiligen Lehrenden bzw. Forschenden geschrieben.

Lehrveranstaltungen mit Nachhaltigkeitsbezug

Energiewirtschaft und -recht

Dr. Sascha Schröder

Elektrische Energiesysteme und Elektromobilität (M. Eng.)

Fakultät 1

Findet statt seit: Sommersemester 2018

SDG 7, 9

Konzepte der Wirtschaftswissenschaften werden auf verschiedene Bereiche der Energiewirtschaft mit einem Schwerpunkt auf Strom angewendet, u. a. Regulierungsmethoden für Netz-Infrastrukturen sowie wettbewerbliche Marktlösungen für andere Bereiche. Da es sich um einen stark regulierten Sektor handelt, werden exemplarisch auch wesentliche energierechtliche Aspekte behandelt. Ziel ist, dass die Teilnehmenden Zusammenhänge zwischen verschiedenen Branchenteilen erläutern können und aktuelle politische und regulatorische Entwicklungen vor diesem Hintergrund beurteilen können.

Aktuelle Herausforderung ist die Integration von Erneuerbaren Energien und Flexibilitätsoptionen in Stromnetze. Die Wahl von regulatorischen und marktlichen Optionen entscheidet wesentlich darüber, wie effektiv und effizient Erneuerbare Energien fossile Energieträger ablösen können und z.B. durch Wärmepumpen und E-Autos auch benachbarte Sektoren langfristig CO2-frei werden können.

Regenerative Energien

Prof. Dr. Andree Wenzel

Elektrotechnik und Informationstechnik, Vertiefungsrichtung Energieversorgung 

Fakultät 1

Findet statt seit: Sommersemester 2013

SDG 7, 9, 13

In der Vorlesung „Regenerative Energien“ wird ein umfassendes Verständnis moderner erneuerbarer Energiesysteme und ihrer technischen Umsetzung vermittelt. Dabei werden theoretische Grundlagen mit praxisnahen Anwendungen verbunden. Zentrale Technologien der Energiewende wie Photovoltaik, Windenergie, Wasserkraft, solarthermische Kraftwerke, Biomasse und Speichertechnologien sind Teil des Lehrinhalts. Hervorzuheben ist der interdisziplinäre Ansatz der Vorlesung: Neben der Energieerzeugung stehen auch Themen wie Modellierung, Simulation, Regelung, Netzanbindung und Systemführung im Fokus. Dadurch erhalten die Studierenden nicht nur Kenntnisse über einzelne regenerative Technologien, sondern auch über deren Zusammenspiel innerhalb eines komplexen Energiesystems. Die Vorlesung zeigt dabei nicht nur das technische Potenzial erneuerbarer Energien auf, sondern vermittelt auch, wie diese effizient, sicher und netzkonform in bestehende Stromversorgungssysteme integriert werden können. 

Die Inhalte der Vorlesung sind von enormer gesellschaftlicher Bedeutung, da regenerative Energien eine Schlüsselrolle im Kampf gegen den Klimawandel spielen. Die weltweite Reduktion von CO₂-Emissionen und der Ausstieg aus fossilen Energieträgern gehören zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Technologien wie Photovoltaik, Windkraft und Wasserkraft ermöglichen eine nachhaltige und langfristig umweltfreundliche Energieversorgung.

Auslegung mechatronischer Systeme (AMS), Beispiel Wärmepumpenheizung

Prof. Dr.-Ing. Carsten Fräger

Elektrotechnik und Informationstechnik, Vertiefungsrichtung Energieversorgung 

Fakultät 2

Findet statt seit: Sommersemester 2010

SDG 7, 13

Eine Heizungsanlage mit Wärmepumpe dient zur regenerativen Beheizung von Gebäuden sowie zur Warmwasserbereitung. Die regenerativen Energien sind: 

  • Wärme aus der Umgebung, hier aus der Umgebungsluft  (Alternativen: Erdreich, Grundwasser, Flusswasser ...) 

  • regenerativ erzeugte Elektrizität aus Windenergieanlagen, Wasserkraftanlagen oder Photovoltaik 

In diesem Beispiel wird eine Anlage betrachtet, die den Teil der bestehenden Heizungsanlage nutzen soll, der in den Zimmern des Hauses verbaut ist: Heizkörper, Fußbodenheizung, Heizwasserleitungen, Warmwasserleitungen etc. In dem Teil der Vorlesung wird das Heizen mit regenerativen Energien zur Reduktion der Treibhausemissionen behandelt. 

Kraftwerkstechnik

Prof. Dr.-Ing. Holger-Detlef Janßen 

Bachelorstudiengänge VEU, GEV 

Fakultät 2

Findet statt seit: Wintersemester 2003/04

SDG 7, 9, 13

Ziel der Veranstaltung ist es, den Studierenden die Potentiale zur Reduktion der Treibhausgasemissionen in konventionellen und innovativen Kraftwerksprozessen nahe zu bringen und damit die Verantwortung und das Bewusstsein für die Notwendigkeit solcher Maßnahmen im beruflichen Alltag zu betonen und zu schärfen. 

Thermodynamik 1

Prof. Dr.-Ing. Holger-Detlef Janßen, Prof. Dr.-Ing. Lutz Meyer, Prof. Dr.-Ing. Michael Sakuth 

Bachelorstudiengänge MAB, GEV, BIU, WIM, PT (dual), KT (dual) 

Fakultät 2

Findet statt seit: Wintersemester 2003/04

SDGs 7, 9, 13

Ziel der Veranstaltung ist es, den Studierenden die Potentiale zur Reduktion der Treibhausgasemissionen in konventionellen und innovativen Kraftwerksprozessen nahe zu bringen und damit die Verantwortung und das Bewusstsein für die Notwendigkeit solcher Maßnahmen im beruflichen Alltag zu betonen und zu schärfen. 

Thermodynamik 2

Prof. Dr.-Ing. Holger-Detlef Janßen, Prof. Dr.-Ing. Lutz Meyer

Bachelorstudiengänge MAB, VEU

Fakultät 2

Findet statt seit: Wintersemester 2003/04

SDGs 9, 12, 13

In der Vorlesung wird erläutert, wie wichtig die sorgsame und fachgerechte Konzeptionierung und Gestaltung von Wärmeübertragungsprozessen in Índustrie, Gewerbe und Privathaushalten im Hinblick auf den Primärenergieverbrauch ist. Die Studierenden lernen, wie man Wärmeübertragungsprozesse so gestaltet, dass sie mit einem minimalen Einsatz an fossiler Energie auskommen (sog. „Wärmemanagement“).

Nachhaltigkeit

Simone Austen-Heimberg

Master Design & Medien

Fakultät 3

Findet statt seit: Wintersemester 2022/23

SDG 4

Die Lehrveranstaltung „Nachhaltigkeit" führt Studierende in vier ganztägigen Präsenzterminen im Master Labor praxisnah an das Thema nachhaltige Entwicklung heran. Inhaltlich stehen die 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der UN-Agenda 2030 sowie die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Zentrum: Die Studierenden lernen Struktur und Logik der SDGs kennen – vom Drei-Säulen-Modell über die fünf Kernelemente (People, Planet, Prosperity, Peace, Partnership) bis zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie – und verstehen BNE als „Ziel und Weg zugleich" (SDG-Unterziel 4.7). Das Format ist durchgehend partizipativ und dialogisch im Sinne aktivierender Beteiligungsformate (Liberating Structures) angelegt: Get-Together, gemeinsame Klärung von Erwartungen, betreute Workshop-Sessions, Gruppenarbeit (drei Master*innen pro Gruppe), Show-and-tell sowie eine abschließende Feedbackrunde wechseln einander ab. In den Sessions verknüpfen die Studierenden ausgewählte SDGs mit ihrer eigenen gestalterischen Disziplin und entwickeln Wege, diese im Sinne der BNE im Alltag umzusetzen und zu kommunizieren. Pitch- und Präsentationsmethoden (u. a. NABC) unterstützen sie dabei, ihre Ideen wirksam und zielgruppengerecht zu vermitteln. Als Prüfungsleistung präsentieren die Studierenden die SDGs und BNE und verknüpfen beide reflektiert mit ihrem individuellen Masterthema.

Die Lehrveranstaltung vermittelt die SDGs der UN-Agenda 2030 und das Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE, SDG-Unterziel 4.7). Studierende verknüpfen Nachhaltigkeitsziele mit ihrer gestalterischen Praxis und entwickeln Gestaltungs- und Kommunikationsstrategien, um nachhaltige Entwicklung im eigenen Fachfeld wirksam zu fördern.

Kreativität und Körper

Alexandra Gomez Kaetz

Übergreifende Lehre

Fakultät 3

Findet statt seit: Wintersemester 2024/25

SDG 3, 12

Der Wahlkurs „Kreativität und Körper“ verbindet regenerative Körperpraxis mit kreativen Methoden und eröffnet einen Raum, in dem Gestaltung aus innerer Klarheit und bewusster Wahrnehmung entstehen kann. Im Mittelpunkt stehen Wahrnehmungs- und Körperübungen sowie Techniken der Tiefenentspannung, die Konzentration, Intuition und kreatives Denken fördern. Die Teilnehmenden erfahren, wie Regeneration und Entschleunigung kreative Prozesse vertiefen und neue Perspektiven auf gestalterisches Arbeiten eröffnen können. Begleitend werden Fragen untersucht wie: Welche Rolle spielt der Körper im schöpferischen Prozess? Wie beeinflussen innere Bilder unsere äußere Gestaltung? Durch Reflexion und Körpererfahrung lernen die Teilnehmenden, Ruhe und Achtsamkeit als Ressource für nachhaltige und resiliente Arbeitsweisen zu nutzen.

Der Kurs stärkt mentale Gesundheit, Resilienz und achtsame Arbeitsweisen. Durch Regeneration, Körperbewusstsein und Entschleunigung fördert er nachhaltige Kreativitäts- und Lernprozesse sowie einen verantwortungsvollen Umgang mit persönlichen Ressourcen.

Informationsethik

Thorsten Heermann

Informationsmanagement (B.A.), Informationsmanagement (berufsbegleitend)

Fakultät 3

Findet statt seit: Sommersemester 2026

SDG 9, 12, 16

Die Verantwortungsethik ist ein wesentlicher Teil der Informationsethik und beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, wie Nachhaltigkeit in elektronischen Räumen geschaffen werden kann.
Eine Gesellschaft, die mit der Ressource „Wissen und Information“ nicht nachhaltig umgeht, verbaut sich die Entwicklung in die Zukunft.
Die Art und Weise, wie der Umgang mit Wissen und Information organisiert wird, entscheidet genauso, wie wir den Umgang mit den natürlichen Ressourcen organisieren, über unsere gegenwärtigen Chancen, uns kreativ weiterzuentwickeln, erst recht über die Chancen zukünftiger Generationen, das Wissen der Vergangenheit zur Kenntnis nehmen und daraus Nutzen ziehen zu können.
Ohne eine ökologische Perspektive auf Wissen und Information werden sich keine nachhaltigen Wissensgesellschaften entwickeln können.
Nachhaltigkeit setzt damit einen Akzent gegen die derzeit dominierende Kommerzialisierung von Wissen und Information, die eher auf kurzfristige Verwertung und künstliche Verknappung des an sich freien Gutes des Wissens abhebt als auf langfristige Absicherung der Freizügigkeit beim Umgang mit Wissen und Information.

Wir beschäftigen uns mit der Frage, wie:

  • Kann Wissen jemanden gehören und darf man andere von Wissen ausschließen?
  • In welchem Ausmaß trägt das Konzept von geistigem Eigentum weiter in elektronischen Umgebungen?
  • Wie kann der Zugriff auf Informationen für jeden von jedem Ort, zu jeder Zeit und fairen Bedingungen gesichert werden?
  • Wie kann die Nachhaltigkeit auch von digitaler Information gesichert werden?

Über Innenarchitektur diskutieren

Prof.in Dr.in Martina Wiedleroither, Prof.in Dr.in Tatjana Sabljo

Innenarchitektur

Fakultät 3

Findet statt seit: Sommersemester 2026

SDG 11

In einem Wahlfach wurde die Veranstaltung eines Termins einer bundesweiten Ringvorlesungsreihe Blickwechsel Bauwende vorbereitet. Inhaltlich ging es darum, wie Innenarchitekt*innen als Akteur*innen in der Transformation wirken können. In der Öffentlichkeit wird Innenarchitektur oft auf Dekoration, Farbauswahl oder „Styling“ reduziert – ein Vorurteil, das ihre kognitive, emotionale und soziale Wirkkraft verdeckt. Denn Räume beeinflussen, wie wir uns fühlen, denken und handeln. Vorgestellt und diskutiert wurden der Umbau des TRANSA Headquarters in Zürich durch das baubüro in situ sowie das Recyclinghaus (cityförster, Hannover). Gäst*innen waren neben Planer*innen auch Personen aus dem Handwerk und Nutzer*innen. 

Die Veranstaltung wurde vom Hochschulnetzwerk für die Bauwende ausgetragen und auf you tube veröffentlicht. An der digitalen Veranstaltungen teilgenommen haben etwa 180 Personen. 

Innenarchitektur kann nachhaltiges Handeln aktivieren –Räume können Einstellungen, Gewohnheiten und Teilhabeverhalten ihrer Nutzer*innen beeinflussen. Nicht nur der Bau, die Ausstattung und die Nutzung von Gebäuden ist für einen großen Teil aller Emissionen verantwortlich, auch unsere Gewohnheiten und Lebensweisen haben Einfluss auf die Höhe der Emissionen. Innenarchitektur wirkt dort, wo Menschen leben, arbeiten und sich begegnen – im Bestand, in sozialen Räumen. Sie macht Nachhaltigkeit erlebbar, kann Verantwortung fördern und Verhalten verändern. Angehende Planer*innen tragen daher eine besondere gesellschaftliche Verantwortung.

beet.konkret

Ulrike Schoeller-Hufschmidt

Wahlpflichtmodul

Fakultät 3

Findet statt seit: Sommersemester 2022

SDG 3, 11, 15

Beet konkret ist ein nachhaltig gestalterisches und künstlerisches Projekt im Außenbereich der Seilbahn. Gegründet wurde es 2022/23 von den Kolleg*Innen Jürgen Scholz und Prof. Beate Spalthoff in Zusammenarbeit mit Studierenden der Experimentellen Gestaltung. Innerhalb den letzten 3 Jahre habe ich beet.konkret mit Studierenden verschiedener Studiengänge weiterentwickelt. Unsere Schwerpunkte liegen im Entdecken und Erfassen was da ist, was sich verändert oder was noch fehlt in Hinblick auf Biodiversität und Artenvielfalt sowie gestalterische und künstlerische Auseinandersetzung und Prozesse im Dialog mit der Natur. Dabei geht es um Beobachtungen, Recherche, Planung und Gartenarbeit sowie die Fragestellung: Wie können wir das, was da ist, die Natur, die uns umgibt, als Menschen mitnutzen und mitgestalten, ohne es zu zerstören? Wir werden recherchieren, wie sich Künstler von der Natur haben inspirieren lassen oder direkt mit oder in ihr gearbeitet haben. Eure Ideen sind gefragt in der Planung und aktiven Beteiligung bei der Gartenentwicklung und Erweiterung. 

Dank der ideellen und finanziellen Unterstützung vom Green Office der Hochschule Hannover und der Gartenbaufirma Pikora können wir die zweite Wildbrachfläche vor der Seilbahn in Teilen neu denken und gestalten.

Resilienz und Verletzbarkeit

V-Prof. Lorenz Potthast

B. A. Visuelle Kommunikation

Fakultät 3

Findet statt seit: Sommersemester 2026

SDG 7, 11

ErdwärmeDich ist ein genossenschaftlicher Ansatz, bei der sich Nachbarschaften zusammenschließen, um Erdwärmenetze im Bestandsbau zu realisieren. Im Zuge der Lehrkooperation mit einem Motion Design Kurses entwickelten Studierende kurze Animationen und Erklärvideos, um das technische Prinzip, die genossenschaftliche Herangehensweise und konkrete Schritte zum Mitmachen einfacher zu erklären. 

Die Studierenden nutzen zeitgenössische Bewegtbildgestaltung, um sich mit wichtigen Fragen zur Nachhaltigkeit beschäftigen: Wie kann eine Wende hin zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung in dichtbebauten Stadtteilen gelingen? Wie und wo wird die neuartige Idee der Nutzung des öffentlichen Raums für Nahwärmenetze in Bremen bereits erprobt? Welche Vorteile bietet ein gemeinsamer Ansatz einer Genossenschaft?

Leadership Across Cultures

Prof.in Dr. Patricia Adam

Betriebswirtschaftslehre (B. Sc.), International Business Studies (B. Sc.)

Fakultät 4

Findet statt seit: Sommersemester 2018

SDG 5, 8, 10

Leadership across cultures deals with good leadership and allows students to enhance their leadership abilities based on a broad range of relevant aspects. Good leadership deals with finding a good balance between power and authority and critically assesses leadership theories. The expectation of successfully leading diverse teams covers aspects of diversity, intercultural differences based on Trompenaars/Hampden-Turner’s dilemma framework and the GLOBE study and personality differences based on the Five Factor Model. Basic information on motivation and performance is based on theories of motivation and especially reviews pay-for-performance systems and their impact. New work aspects provide an outlook of humane work environments, addressing digital leadership and fostering virtual and agile teams.

Students become familiar with typical leadership situations in a diverse organisational environment and are enabled to choose possible approaches for solving related leadership dilemmas, consequently taking social aspects into account. The peculiarities of dealing with different cultures, genders and personalities and their influence on leadership issues are considered and the influence of leaders on their team member’s motivation and well-being are critically reviewed, fostering a caring and inclusive leadership approach.

Strategic International Management

Prof.in Dr. Patricia Adam

Betriebswirtschaftslehre (B. Sc.), International Business Studies (B. Sc.)

Fakultät 4

Findet statt seit: Sommersemester 2011

SDGs 8, 10, 12

The lecture deals with the sustainable management of  Transnational Corporations (TNCs) based on the holistic and sustainable EFQM Model. It especially covers defining purpose and strategy based on international stakeholders’ needs and expectations, building an inclusive corporate culture and leading change. Other relevant aspects include engaging stakeholders from different cultures, creating sustainable value for customers and driving performance and transformation. Finally, achieving sustainable results and reviewing the organisation’s management model is addressed.

By using the EFQM Model, students understand the special requirements of the development, implementation and review of sustainable international business strategies from a holistic management perspective. They are able to apply this knowledge to organisations in different industries, to select suitable state-of-the-art tools and techniques and to critically reflect possible outcomes. They are also able to examine organisational approaches and how to assess an organisation’s sustainable performance and maturity based on the EFQM RADAR logic. They can create own, creative approaches for pre-defined business settings by ensuring that approaches link different aspects of the management system and consequently foster a chosen UN SDG. This ultimately leads to the creation of demonstrably excellent, sustainable management systems.

Wirtschaftspolitik und Nachhaltigkeit

Prof. Dr. Henning Austmann, Prof. Dr. Michael Nusser

Betriebswirtschaftslehre (B. Sc.), International Business Studies (B. Sc.)

Fakultät 4

Findet statt seit: Sommersemester 2019 (jedes Semester)

SDGs 9, 12, 13

Die Studierenden kennen Nachhaltigkeitskrisen in verschiedenen Nachhaltigkeits-Dimensionen (u. a. planetare Grenzen, Klimawandel, zunehmende Umweltzerstörung, Knappheit endlicher Ressourcen, Herausforderung Entkopplung, Armut, Hunger, Vermögensverteilung, Ansteigen mentaler Erkrankungen, Verschuldung, Fremdversorgungsabhängigkeit). Die Studierenden kennen nachhaltige Prozesse/Technologien, Geschäftsmodelle, Produkte, Dienstleistungen sowie Treiber/Erfolgsfaktoren und Hemmnisse entlang der Wertschöpfungskette im Kontext „Mehr Nachhaltigkeit in Produktions- und Konsumstrukturen“. Die Studierenden kennen und verstehen Ziele, Strategien, Konzepte und Instrumente unterschiedlicher Denkschulen sowie Gestaltungsoptionen für die Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft, um umwelt- und wirtschaftspolitische Ziele in modernen Marktwirtschaften zu realisieren.

Die Inhalte orientieren sich an aktuellen Problemen auf nationaler und internationaler Ebene im Kontext Nachhaltigkeit (u. a. nachhaltige Produktionsprozesse; nachhaltige Abfall-, Wasserwirtschafts-, Kreislauf-, Mobilitäts-, Stadtplanungs-, Energiekonzepte; nachhaltige Lebensstile, Konsummuster, Nutzungssysteme wie z. B. Sharing Economy, fleischarme Ernährung, Kauf energieeffizienter Geräte).

Wissenschaftliches Arbeiten, Sustainable Finance

Prof. Dr. Dirk Heithecker

Betriebswirtschaftslehre (B. Sc.)

Fakultät 4

Findet statt seit: Sommersemester 2020

SDGs 8

In dem Modul Wissenschaftliches Arbeiten erstellen Studierende unter Anleitung eine wissenschaftliche Arbeit mit eigenen empirischen Erhebungen. Im Zug „Sustainable Finance“ werden jedes Semester drei bis vier Gruppenarbeiten im Umfang von jeweils 40 bis 60 Seiten zu aktuellen Themen der Nachhaltigkeit bzw. Nachhaltigkeitsberichterstattung zu Themen wie Sustainable Finance in Banken (ESG-Materialitätsanalyse, Klima- und Umweltrisiken, Grüne Produkte, Transitionspläne), Biodiversitätsrisiken in Unternehmen, Verschmutzungsrisiken durch Unternehmen durch die Studierenden analysiert und schriftlich erörtert.

Durch den inhaltlichen Fokus auf die „Sustainable Finance“ erlernen und vertiefen die Studierenden Themen des Nachhaltigkeitsreportings von Unternehmen, der Berichterstattung zur EU-Taxonomie und der Offenlegung von ESG-Informationen durch Banken und setzen sich mit Themen wie Biodiversität, CO2-Bilanzierung, Nachhaltigkeitsrisiken und Strategien zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele in der EU auseinander.

Sustainable Entrepreneurship

Prof. Dr. Christian Lehmann u. a.

Betriebswirtschaftslehre (B. Sc.)

Fakultät 4

Findet statt seit: k. A.

SDG 8

Das Modul BBA-421 „Sustainable Entrepreneurship“ ist ein Pflichtmodul im ersten Studienabschnitt, in dem Studierende ein nachhaltiges Start-up (ökologisch und/oder sozial) erarbeiten. Die Studierenden entwickeln aus den SDGs ein Thema, identifizieren eine spezifische Nische und entwickeln ein Geschäftsidee und ein Geschäftsmodell.

Ausgangspunkt aller Ideen ist ein SDG-Teilziel. Die Ideen sind ausnahmslos nachhaltigkeitsorientiert.

Nachhaltige Produktentwicklung

Prof. Dr. Christian Lehmann

Betriebswirtschaftslehre (B. Sc.)

Fakultät 4

Findet statt seit: k. A.

SDG 12

Das Modul BBA-454 „Nachhaltige Produktentwicklung ist eines von zwei Schwerpunktmodulen in der Vertiefung „Nachhaltigkeit“ im zweiten Studienabschnitt des Bachelors BWL (BBA). Im Modul lernen Studierende die Grundzüge des Nachhaltigkeitsmanagements. Im weiteren Verlauf werden Prinzipien zur Entwicklung nachhaltigerer Produkte und Dienstleistungen vermittelt.

Durch die Teilnahme am Seminar können Studierende Produkte und Dienstleistungen entwickeln, die dem Faktor 4-Prinzip (Doppelter Wohlstand, halber Ressourcenverbrauch) genügen.

Finanzierung, Controlling und Nachhaltigkeit

Prof. Dr. Peter Scholz

Betriebswirtschaftslehre (B. Sc.)

Fakultät 4

Findet statt seit: Sommersemester 2025

SDG 8, 17

Wie lassen sich globale Finanzströme so lenken, dass sie neben wirtschaftlichen Renditen auch ökologische, soziale und ethische Grenzen respektieren? Dieses Spezialisierungsmodul im Bachelorstudiengang Betriebswirtschaftslehre (B. Sc.) bricht mit rein traditionellem Finanzdenken und führt fundiert in die Kernbereiche der modernen ESG-Finanzwelt (Environmental, Social, Governance) ein. Der inhaltliche Bogen spannt sich von den historischen Wurzeln der Nachhaltigkeit über die Analyse von ESG-Risiken bis hin zu konkreten Marktinstrumenten. Im Fokus stehen nachhaltige Anlagestrategien, die Strukturierung von Green Bonds, Impact Investing sowie die Funktionsweise von ESG-Scorings und -Fonds. Auch das Risikomanagement kommt nicht zu kurz: Es wird vermittelt, wie Klimarisiken im Portfolio methodisch bewertet, CO2-Preise einbezogen und regulatorische Reporting-Pflichten durchschaut werden, um das Risiko von Greenwashing gezielt zu entlarven. Der Kurs kombiniert qualitative Diskussionen aktueller Markttrends mit quantitativen Praxisphasen. In interaktiven Seminar-Sitzungen und Fallstudien wird direkt mit Microsoft Excel gearbeitet, um theoretische Modelle und Finanzmathematik auf reale Marktdaten anzuwenden.

Dieses Modul bricht mit traditionellem Finanzdenken und zeigt, wie Kapitalströme planetare, soziale und ethische Grenzen respektieren können. Im Fokus stehen ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales, Governance), nachhaltige Investments, die Bepreisung von Klimarisiken sowie die Strukturierung von Green Bonds. Studierende lernen zudem, regulatorische Reportings zu durchschauen und Greenwashing zu entlarven.

 

Behavioral Finance, Digitalisierung & Nachhaltigkeit

Prof. Dr. Peter Scholz

Betriebswirtschaftslehre (B. Sc.)

Fakultät 4

Findet statt seit: Sommersemester 2026

SDG 8, 17

Dieses Ergänzungsmodul verknüpft die drei zentralen Treiber der modernen Finanz- und Wirtschaftswelt: das menschliche Verhalten, den technologischen Wandel und die Transformation zur Nachhaltigkeit. Im Mittelpunkt steht die Erkenntnis, dass wirtschaftliche Entscheidungen selten rein rational getroffen werden. Die Studierenden analysieren psychologische Muster, Wahrnehmungsverzerrungen (Biases) und Heuristiken, die sowohl private Anleger als auch institutionelle Entscheider beeinflussen (Behavioral Finance). Ein besonderer Fokus liegt darauf, wie diese verhaltensökonomischen Dynamiken die Finanzierung nachhaltiger Projekte und die Bepreisung von Klimarisiken prägen. Darüber hinaus untersucht der Kurs die Rolle der Digitalisierung als Katalysator. Fintechs, künstliche Intelligenz und Blockchain-Technologien verändern die Bereitstellung und Analyse von ESG-Daten grundlegend. Die Studierenden lernen, wie digitale Werkzeuge genutzt werden können, um Informationsasymmetrien abzubauen, Greenwashing zu entlarven und nachhaltige Finanzflüsse effizienter zu steuern.

Das Modul zeigt auf, wie nachhaltige Transformation durch die Linse von Psychologie und Technologie gelingt. Die Studierenden analysieren, wie verhaltensökonomische Barrieren bei ESG-Investitionen überwunden und Klimarisiken rational bepreist werden. Zudem wird vermittelt, wie Digitalisierung und KI als Hebel dienen, um Greenwashing zu entlarven und Finanzströme gezielt in nachhaltige Projekte zu lenken.

Umweltökonomie

Prof.in Dr.in Jana Stöver

Betriebswirtschaftslehre (B. Sc.), International Business Studies (B. Sc.)

Fakultät 4

Findet statt seit: Sommersemester 2025

SDG 8, 13

Die Studierenden lernen gängige umweltpolitische Instrumente mit ihren Stärken und Schwächen kennen und setzen sich mit den Vor- und Nachteilen spezifischer Instrumente auseinander (z. B. Steuern und Zertifikate). Es werden volkswirtschaftliche Konzepte und Begründungen für staatliches Handeln erlernt und gefestigt (insbes. Externalitäten und wohlfahrtsökonomische Betrachtungen). Ein Schwerpunkt der Veranstaltung liegt auf der Erfassung und kritischen Auseinandersetzung mit konkreten Politikmaßnahmen. Die Studierenden wenden den erarbeiteten analytischen Bewertungsrahmen auch eigenständig an. 

Die Studierenden werden so in die Lage versetzt, eigenständige Analysen (gängiger) umweltpolitischer Instrumente durchzuführen und auch außerhalb des Hochschulkontextes aktuelle und perspektivisch zukünftige Vorschläge zu verstehen, einzuordnen und zu diskutieren.

Nachhaltigkeit gestalten – Impulse aus Wirtschaft, Politik und Forschung

Prof. Dr. Maik von Fischer

Übergreifende Lehre (Frei für alle Studierenden und Externe, speziell im Bachelor BBA: Betriebswirtschaftslehre)

Fakultät 4

Findet statt seit: Sommersemester 2026

SDGs 8, 12, 13

Die Ringvorlesung „Nachhaltigkeit gestalten – Impulse aus Wirtschaft, Politik und Forschung“ ist ein offenes, interaktives und praxisnahes Lehrformat der Hochschule Hannover.  Sie bringt Studierende, Lehrende, externe Interessierte sowie Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Politik und Forschung zusammen, um aktuelle Fragen nachhaltiger Transformation zu diskutieren. In verschiedenen Impulsvorträgen und Dialogformaten werden Themen wie nachhaltige Supply Chains, ESG, Klimarisiken, internationale Klimafinanzierung und globale Klima-Governance behandelt. Das Format verbindet wissenschaftliche Perspektiven mit konkreten Praxisbeispielen und macht Nachhaltigkeit als Gestaltungsaufgabe erfahrbar. Studierende erhalten dadurch Einblicke in reale Herausforderungen, reflektieren unterschiedliche Lösungsansätze und entwickeln ein vertieftes Verständnis für die Verantwortung von Unternehmen, Politik und Gesellschaft. Zugleich stärkt die Ringvorlesung den Transfer zwischen Hochschule und Praxis und zeigt, dass die Hochschule Hannover Nachhaltigkeit aktiv, interdisziplinär und anwendungsorientiert in Lehre und Austausch verankert.

Das Format greift zentrale Nachhaltigkeitsthemen wie ESG, Klimarisiken, nachhaltige Lieferketten, Klimafinanzierung und globale Klima-Governance auf. Es zeigt Nachhaltigkeit als praktische Gestaltungsaufgabe und verbindet wissenschaftliche Perspektiven mit konkreten Herausforderungen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

Designing Socio-Ecological Transformation in Social Work: Bridging Theory, Practice, and Social Justice

Prof.in Dr.in  Simone Claar

Betriebswirtschaftslehre (B. Sc.)

Fakultät 5

Findet statt seit: Sommersemester 2026

SDG 7, 10, 13

What does socio-ecological transformation mean within the specific context of social work? Which theoretical frameworks and conceptual approaches can guide change that is both socially just and ecologically sustainable? And what societal, institutional, and community conditions are necessary to restructure social systems and the economy while safeguarding the rights and well-being of all? This course engages with foundational theories and central societal debates surrounding socio-ecological transformation, with a particular focus on their relevance to social work practice. Participants will examine current case studies and political strategies that address global justice, equitable distribution of resources, community empowerment, and the dynamics of systemic change. Special attention is given to the ways in which social workers, through advocacy, empowerment, and direct community engagement, can contribute to these transformative processes. The aim of the course is to equip participants with both theoretical knowledge and practice skills to analyse socio-ecological challenges, integrate sustainability and justice into professional decision-making, and act as change agents within their organisations, communities, and society at large.

Zentral waren die Fragen, welche Konzepte es für eine sozial-ökologische Transformation gibt, dazu gehörten Einblicke in die Nachhaltigkeitsforschung von Maja Göpel, die Frage von Degrowth, aber auch wie Grüne Soziale Arbeit dazu beitragen kann. Konkrete Beispiele wurden dann v. a. zum Thema Klimawandel und Perspektiven aus dem Süden erarbeitet.

Sozial-ökologische Transformation: Theorie und Praxis

Prof.in Dr.in  Simone Claar

Soziale Arbeit (B. A.)

Fakultät 5

Findet statt seit: Wintersemester 2025/26

SDG 7, 13, 16

Was bedeutet sozial-ökologische Transformation? Welche Konzepte gibt es? Und was ist erforderlich, um Gesellschaft und Wirtschaft sozial gerecht und ökologisch nachhaltig zu gestalten? Die Lehrveranstaltung widmet sich grundlegenden theoretischen Konzepten sowie gesellschaftlichen Auseinandersetzungen rund um die sozial-ökologische Transformation. Anhand aktueller Fallbeispiele und politischer Strategien werden zentrale Fragen zu globaler Gerechtigkeit, Ressourcenverteilung und gesellschaftlichem Wandel diskutiert. Darüber hinaus wird ein praxisnaher Blick auf Umsetzungsprozesse geworfen, um konkrete Handlungsansätze – insbesondere für die Soziale Arbeit – zu reflektieren. Ziel der Lehrveranstaltung ist es, den Teilnehmer*innen fundiertes Wissen über die sozial-ökologische Transformation zu vermitteln und sie zu befähigen, dieses Wissen praxisorientiert in der Sozialen Arbeit anzuwenden.

Nachhaltigkeit ist Teil von sozial-ökologischer Transformation. Wir haben uns mit verschiedenen Konzepten der Nachhaltigkeit - soziale, ökologische, ökonomische Nachhaltigkeit, aber auch starke und schwache Nachhaltigkeit.

Durch unterschiedliche Schwerpunktthemen ist dieser Kurs vom englischsprachigen Kurs “Social-Ecological Transformation: Theory and Practice” zu differenzieren.

Social-ecological Transformation: Theory and Practice

Prof.in Dr.in  Simone Claar

Soziale Arbeit (B. A.)

Fakultät 5

Findet statt seit: Wintersemester 2025/26

SDG 7, 13, 16

What does socio-ecological transformation entail? Which theoretical frameworks and conceptual approaches are available? And what conditions are necessary to restructure society and the economy in a way that is both socially just and ecologically sustainable? This course engages with the foundational theories and key societal debates surrounding socio-ecological transformation. By examining current case studies and political strategies, it explores central issues such as global justice, the distribution of resources, and the dynamics of systemic change. Through critical reflection on these processes, the course identifies concrete approaches to action—especially within the context of social work—and considers the role that professional practice can play in advancing transformative change. The aim of the course is to equip participants with a solid understanding of the theoretical and practical dimensions of socio-ecological transformation and to enable them to apply this knowledge in a reflective and practice-oriented manner within the field of social work.

Nachhaltigkeit ist Teil von sozial-ökologischer Transformation. Wir haben uns mit verschiedenen Konzepten der Nachhaltigkeit - soziale, ökologische, ökonomische Nachhaltigkeit, aber auch starke und schwache Nachhaltigkeit. 

Durch unterschiedliche Schwerpunktthemen ist dieser Kurs vom deutschsprachigen Kurs “Sozial-ökologische Transformation: Theorie und Praxis” zu differenzieren.

Klima- und Energiepolitik: Die Rolle der Sozialen Arbeit in der Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft

Prof.in Dr.in  Simone Claar

Soziale Arbeit (B. A.)

Fakultät 5

Findet statt seit: Sommersemester 2026

SDG 4, 7, 13

Die Klimakrise ist nicht nur eine ökologische, sondern auch eine soziale Herausforderung. Innerhalb der sozialen Arbeit gibt es verschiedene Ansätze sich mit ökologische Verantwortung und sozialer Gerechtigkeit auseinanderzusetzen. Ein Konzept ist die grüne Soziale Arbeit (Green Social Work), welche die Auswirkungen von Naturkatastrophen in den Blick nimmt. Dabei stehen die sozialen Folgen von Katastrophen, aber auch konkreter Umwelt- und Energiepolitik im Zentrum. Die grüne Soziale Arbeit befasst sich somit auch mit sozialer und ökologische Ungleichheit. Das Seminar befasst mit dem Spannungsfeld zwischen Sozial-ökologischer Transformation, Klima- und Energiepolitik und nationalen und internationalen Herausforderungen. Es beleuchtet, wie globale Handlungsrahmen wie die Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs), Weltklimakonferenzen, Europäische Grüne Deal sowie nationale und internationale Energiewendepolitiken umgesetzt werden – und wie soziale Arbeit dazu beitragen kann, diese Prozesse sozial inklusiv zu gestalten. Dabei wird untersucht, welche Akteure und Machtverhältnisse die globale Klima- und Energiepolitik prägen und welche politischen Instrumente eingesetzt werden, um ökologische und soziale Ziele zu vereinen. Die Teilnehmenden lernen globale Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten kennen, die Green Social Work, Klimagerechtigkeit, Energiegerechtigkeit und soziale Teilhabe zusammenführt. Ziel ist es, sowohl ein fundiertes Verständnis der internationalen Klima- und Energiepolitik zu vermitteln als auch die Rolle und Verantwortung sozialer Arbeit in diesem Kontext zu reflektieren – mit Blick auf nachhaltige, gerechte und partizipative Lösungen.

Wir haben uns mit verschiedenen Konzepten der Nachhaltigkeit - soziale, ökologische, ökonomische Nachhaltigkeit, aber auch starke und schwache Nachhaltigkeit befasst. Außerdem uns mit der Frage befasst, ob die Profession der Sozialen Arbeit ein Nachhaltigkeits-Mandat braucht. Darüberhinaus waren Themen von Klima- und Energiegerechtigkeit und Bildung für nachhaltige Entwicklung Thema.

Einführung in die Ethik

Birgit Heitker

Soziale Arbeit (B. A.), Religionspädagogik (B. A.)

Fakultät 5

Findet statt seit: Wintersemester 2025/26

SDG 4

Die der Ethik übergeordnete Frage lautet: Was soll ich tun - was ist richtig oder falsch? Diese Frage spiegelt die in unserer heutigen komplexen, krisenbehafteten Zeit häufige Überforderung wider, der sich erfahrungsgemäß auch gerade Studierende der sozialen Arbeit in der Berufspraxis immer wieder stellen müssen: Was soll ich tun, wenn Institutionen ihrer Aufgabe durch Verweis auf vermeintliche Sachzwänge nicht nachkommen oder diese nicht ihren eigenen Ansprüchen gemäß erfüllen (können)? Wie können wir zu tragfähigen Entscheidungen kommen, ohne uns selbst zu verlieren? Das Seminar beginnt mit einem komplexen Praxisbeispiel, bei dem die Studierenden zunächst die sich ihnen stellenden ethischen Fragestellungen herausarbeiten. Im Anschluss werden die gängigen ethischen Theorien, aber auch Begriffe wie Menschenwürde, Gerechtigkeit, Autonomie u.a. erläutert, um so mögliche Umgangsweisen oder Lösungsansätze im Blick auf die gestellten ethischen Fragen zu finden.

Wir müssen uns ethisch positionieren, eine Haltung entwickeln: Ein nachhaltiger Lebensstil führt zur Ausbildung von Haltung (Habitus): „Nachhalt ist das, woran man sich hält, wenn alles andere nicht mehr hält“ (Campe).

Einführung in die Klimaethik

Birgit Heitker

Soziale Arbeit (B. A.), Religionspädagogik (B. A.)

Fakultät 5

Findet statt seit: Wintersemester 2025/26

SDG 12, 13, 16

Die Klimaethik ist eine vergleichsweise junge Ethik – geschuldet dem dringenden Handlungsbedarf, der sich aus der Klimakrise für die Menschheit ergibt. Ausgangspunkt des Seminars sind die aktuellen Berichte des IPCC, des Weltklimarats der Vereinten Nationen. Es wird weiterhin untersucht, welche ethischen Implikationen das 1,5Grad--Ziel des Pariser Klimaabkommens von 2015 beinhaltet und welche weiteren Ansätze in gängigen Theorien der Klimaethik zugrunde gelegt werden (z. B. Generationen-, Verteilungsgerechtigkeit u. a.). Wir werden uns zudem mit der Umweltethik beschäftigten, die der Frage nachgeht, wie ein angemessener, gerechter oder guter Umgang des Menschen mit Natur und Umwelt auszusehen hat und kommen so auf die sog. Zentren der Ethik zu sprechen, bei denen es darum geht, welcher Entität ein moralischer Wert zuerkannt wird (Anthropozentrismus, Pathozentrismus, Biozentrismus u. a.).

Einführung in die Wirtschaftsethik

Birgit Heitker

Soziale Arbeit (B. A.), Religionspädagogik (B. A.)

Fakultät 5

Findet statt seit: Wintersemester 2025/26

SDG 8, 12

Warum sollte ich mich als Studierende der Sozialen Arbeit mit Wirtschaftsethik beschäftigen? Die Antwort lautet: Weil Wirtschaftsethik – neben z. B. der Umwelt-, Tier-, Medizinethik – mehr ist als eine Bereichsethik. Das wird schon dadurch deutlich, dass nicht nur Wirtschaftsunternehmen oder Haushalte wirtschaften, sondern das gesamte soziale, ökologische und gesellschaftliche Leben von wirtschaftlichen Zusammenhängen durchdrungen ist.

Wir müssen „wirtschaften”, weil unsere Ressourcen begrenzt sind, und damit sind grundlegende Themen wie z. B. Verteilungsgerechtigkeit, Gemeinwohl vs. Einzelinteressen, soziale Marktwirtschaft, Sozialstaat u.a. betroffen, die immer wieder ethische Fragestellungen aufwerfen und beinhalten. Neben grundlegenden Fragen des Wirtschaftens werden im Seminar anhand eines Fallbeispiels zwei gegensätzliche wirtschaftsethische Grundpositionen näher beleuchtet: die Ökonomische Ethik (K. Homann), die eine normative Logik des Marktes voraussetzt, sowie die Integrative Wirtschaftsethik (P. Ulrich), die der Moral den Vorrang vor wirtschaftlicher Rationalität einräumt.

Menschenrechte

Prof.in Dr. Nina Schniederjahn

Soziale Arbeit (B. A.)

Fakultät 5

Findet statt seit: Wintersemester 2025/26

SDG 4, 10, 16

Das Seminar „Menschenrechte“ setzte sich mit der Bedeutung von Menschenrechten für die Soziale Arbeit auseinander und verband dabei rechtliche, gesellschaftliche und praxisbezogene Perspektiven. Im Mittelpunkt standen die internationalen und nationalen Grundlagen des Menschenrechtsschutzes, insbesondere die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, internationale Menschenrechtsabkommen sowie die Grundrechte. Thematisiert wurden zudem zentrale Mechanismen zur Durchsetzung von Menschenrechten, unter anderem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte sowie wichtige Menschenrechtsausschüsse der Vereinten Nationen. Darüber hinaus beschäftigten sich die Studierenden mit Strategien zum Schutz und zur Förderung von
Menschenrechten in der Praxis der Sozialen Arbeit. Einzelne Themenfelder wurden vertieft behandelt, darunter die Rechte geflohener Menschen, Kinderrechte sowie Frauenrechte und Fragen der Gleichberechtigung. Ziel des Seminars war es, die Studierenden für menschenrechtliche Herausforderungen zu sensibilisieren und sie darin zu stärken, menschenrechtliche Perspektiven in ihrem beruflichen Handeln reflektiert und praxisnah einzubeziehen.

Das Seminar stärkt die menschenrechtliche und demokratische Bildung von Studierenden und fördert soziale Nachhaltigkeit. Es sensibilisiert für Gleichberechtigung, Teilhabe und den Schutz vulnerabler Gruppe.

Promoting Peace

Prof.in Dr. Nina Schniederjahn

Soziale Arbeit (B. A.)

Fakultät 5

Findet statt seit: Sommersemester 2026

SDG 4, 10, 16

Das englischsprachige Seminar führt Studierende der Sozialen Arbeit sowie internationale Studierende in die Friedens- und Konfliktforschung ein und verbindet theoretische Grundlagen mit aktuellen internationalen Fallbeispielen. Konzeptioneller Ausgangspunkt ist Johan Galtungs Unterscheidung zwischen direkter, struktureller und kultureller Gewalt sowie zwischen negativem und positivem Frieden. Auf dieser Basis werden Bedingungen nachhaltiger Friedensgestaltung analysiert. Ein inhaltlicher Schwerpunkt liegt auf dem kolumbianischen Friedensprozess, den die Dozentin in einer 2026 erscheinenden Monografie vertieft untersucht hat. Die Forschungsergebnisse fließen unmittelbar in die Seminardiskussion ein und ermöglichen eine forschungsbasierte Auseinandersetzung mit der Rolle der Menschenrechte in Friedensverhandlungen und Post-Konflikt-Gesellschaften.Weitere Themen sind die Grundlagen des humanitären Völkerrechts sowie eine rechtsvergleichende Diskussion zu Militärdienst und Wehrpflicht in unterschiedlichen Staaten danke der internationalen Perspektive der teilnehmenden Studierenden. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Rolle der Sozialen Arbeit im militärischen Kontext – ein Feld, das in der deutschsprachigen Fachdebatte bislang wenig systematisch bearbeitet wird.

Das Seminar adressiert die soziale Dimension von Nachhaltigkeit, indem es Studierende befähigt, Gewalt- und Konfliktdynamiken zu analysieren und Wege nachhaltiger Friedensgestaltung zu entwickeln. Die Verknüpfung von Menschenrechten, humanitärem Völkerrecht und der Rolle Sozialer Arbeit in Konfliktkontexten stärkt eine friedensorientierte Berufspraxis.

Forschungsprojekte mit Nachhaltigkeitsbezug

Generatorsystem mit Doppelspeisung zur regenerativen Energiegewinnung - Kaskadenmaschine für Generatorsystem mit Doppelspeisung zur regenerativen Energiegewinnung

Prof. Dr.-Ing. Carsten Fräger

Abteilung Mechatronik M23

Fakultät 2

36 Monate

SDG 7, 9, 13

Bürstenlose Generatorsysteme mit doppelt gespeisten Kaskadenmaschinen (KSM) werden zurzeit für die regenerative Energieerzeugung z. B. mit Windenergieanlagen (WEA) untersucht. Sie kommen ohne Dauermagnete aus kritischen Rohstoffen wie z. B. Seltene Erden aus. Es tritt kein Verschleiß durch Kohlebürsten oder Schleifringe auf. Zur Drehmomentbildung und Übertragung der Leistung zwischen Rotor und Stator werden bei diesen bürstenlosen Induktionsmaschinen mit innerer Kaskadenschaltung gleichzeitig zwei Drehfelder verschiedener Polzahlen genutzt. Derartige Systeme kommen prinzipiell für mitteltourige Generatorsysteme mit Drehzahlen im Bereich von etwa 500 ... 1000 1=min in Frage und sind eine Alternative zu Generatorsystemen mit doppelt gespeisten Induktionsmaschinen mit Schleifringläufer, die heute einen Großteil der Generatorsysteme in Onshore-WEA darstellen. Im Projekt sollen offene Punkte zu Generatorsystemen mit KSM gelöst werden, um die Eignung des Generatorsystems für Systeme zur regenerativen Energieerzeugung nachzuweisen.

Mit dem Projekt wird ein Beitrag zur regenerativen Energiegewinnung aus Windenergie geleistet. Dies dient zur Reduktion der Treibhausemissionen bei der Energieversorgung. Im Generator wird auf den Einsatz kritischer Rohstoffe wie seltene Erden für Dauermagnete verzichtet.

InnoTech - Innovative Technologien zur Reduktion von Abwasserströmen in Molkereien

Prof.in Dr.in Corina Jantke

Abteilung Bioverfahrenstechnik

Fakultät 2

11/2024 – 10/2026

SDG 6, 12, 13

In Molkereien fallen große Mengen an komplex zusammengesetzten Abwässern an. Ziel des Forschungsvorhabens ist die Reduktion von Abwasserfrachten und die Rückgewinnung von Wertstoffen durch gezielte Nutzung von Separations‑, Membranfiltrations- und Verdunstungsprozessen. Durch Kombination mehrerer Inline-Messverfahren zu einem innovativen Sensoriksystem wird die Abwasserzusammensetzung gemessen, einem geeigneten Prozess zugewiesen und aufbereitet. Die Verfahren werden ökologisch und ökonomisch bewertet, um die unmittelbare Einsatzfähigkeit des Sensoriksystem sowie der Aufbereitungsprozesse zu bewerten.

Durch Rückgewinnung von Wertstoffen und Reduktion der Abwasserbelastung leistet das Projekt einen Beitrag zum Klima- und Gewässerschutz sowie zur Erhaltung des Grundwassers.

RenewBrew - Bierbrauen mit Sonne und Wärmepumpe

Prof. Dr. Lutz Meyer

Forschungscluster Energie - Mobilität - Prozesse

Fakultät 2

01/2026 – 12/2028

SDG 7, 9, 12

Im Zentrum des Projekts steht die Entwicklung eines Systems aus Hochtemperaturwärmepumpen, Wärmespeichern, Photovoltaik und konzentrierender Solarthermie, bei der die Sonnenstrahlen mithilfe spezieller Spiegel gebündelt werden, um hohe Temperaturen zu erzeugen. Gemeinsam ermöglichen die Technologien die Bereitstellung von Wasserdampf mit Temperaturen deutlich über 100 Grad Celsius – ein zentraler Bestandteil des Brauprozesses. „RenewBrew“ verfolgt dabei einen praxisnahen Ansatz: An der Hochschule Hannover entsteht zunächst eine wissenschaftliche Testanlage, auf deren Grundlage anschließend ein voll funktionsfähiger Prototyp für das Norderneyer Brauhaus entwickelt und vor Ort aufgebaut wird. Besonders spannend ist die Aufgabenstellung, da durch die Größe des Brauhauses eine Anlage mit einer absolut gesehen niedrigen Gesamtleistung aufgebaut wird. In diesem Leistungsbereich sind industrielle Komponenten teilweise nur eingeschränkt verfügbar.

Die Nutzung von Solarthermie zur Wärmeerzeugung und Photovoltaik zur Stromversorgung der Hochtemperaturwärmepumpen bietet sich die Möglichkeit einer nahezu vollständig autarken und treibhausgasfreien Wärmeversorgung. Neben Brauereien besitzt die Technologie großes Potenzial für viele weitere Industriezweige, in denen Prozesswärme und Wasserdampf bisher überwiegend durch Erdgas erzeugt werden.

Anreicherung pflanzlicher Lebensmittel mit Vitamin B12 durch mikrobielle Fermentation

Prof. Dr. med. vet. habil. Volker Krömker

Abteilung Bioverfahrenstechnik

Fakultät 2

03/2026 - 07/2026

SDG 2, 3, 9

Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, können einen Vitamin-B12-Mangel entwickeln. Die mikrobielle Fermentation pflanzlicher Lebensmittel kann zu einem Anstieg des Vitamin-B12-Gehalts in diesen Lebensmitteln führen. Im Projekt wird durch mikrobielle Fermentation von Kichererbsen mit verschiedenen Mikroorganismen an der Entwicklung eines Brotaufstrichs (Hummus) gearbeitet, der auf natürliche fermentative Weise so viel Vitamin B12 enthält, dass die Versorgung von Menschen auch ohne Aufnahme von Lebensmitteln tierischer Herkunft sichergestellt werden kann. Natürlich muss das Endprodukt nicht nur den Vitamin B12 Bedarf sicherstellen, sondern auch herausragende sensorische ernährungsphysiologische und lebensmittelhygienische Eigenschaften besitzen. Die Studie bestätigt, dass die fermentationsbasierte Anreicherung von bioverfügbarem aktivem Vitamin B12 in pflanzlichen Lebensmitteln eine potenzielle Strategie zur Deckung des Tagesbedarfs darstellt.

Eine effektive natürliche Anreicherung von Vitamin B12 durch Fermentation ermöglicht es Menschen sich ihr Leben lang vegetarisch oder vegan ernähren zu können, ohne einen Vitamin B12 Mangel befürchten zu müssen oder entsprechende Supplemente aufzunehmen. 

BACTI - Bakteriophagen zur Bekämpfung von Staphylococcus aureus Mastitiden

Prof. Dr. med. vet. habil. Volker Krömker

Abteilung Bioverfahrenstechnik

Fakultät 2

05/2026 – 04/2028

SDG 2, 3, 9

Bovine Mastitiden (Euterentzündungen) zählen zu den bedeutendsten Erkrankungen der Milchviehhaltung und Belasten die Nachhaltigkeit der Milchproduktion. Sie sind Folge der Infektion der Milchdrüsen durch Mikroorganismen. Staphylococcus (S.) aureus gehört zu den wichtigsten Mastitiserregern. Infektionen mit dieser Spezies sind in der Human- und Veterinärmedizin besonders gefürchtet, da S. aureus über verschiedenste Pathogenitätsfaktoren verfügt, die ihre Bekämpfung erschweren (Zoonoseerreger, Multiresistenzbildner, geringe bakteriologische Heilungsraten nach antibiotischer Therapie). Die spezifischen, genannten Eigenschaften von S. aureus prädestinieren dieses Bakterium als Modellbakterium für die Anwendung von Bakteriophagen. Aufgrund des zunehmenden Risikos von Antibiotikaresistenzen und -rückständen in der Umwelt werden alternative Therapien benötigt. Eine Therapie mit S. aureus-spezifischen Phagen könnte im Vergleich zur antibiotischen Therapie höhere bakteriologische Heilungsraten bei S. aureus-bedingten Mastitiden erzielen. In Vorprojekten wurden bereits passende Phagenmischungen geschaffen, eine verträgliche Anwendung bestätigt und eine gute Wirksamkeit nachgewiesen. Ziel des Projektes BACTI ist die Überprüfung der bisherigen Ergebnisse in einem größeren multizentrischen Versuchsansatz. Das Vorhaben besitzt ein hohes Innovationspotenzial und schafft zudem therapeutisches Basiswissen für die Anwendung im humanmedizinischen Kontext.

Eine wirksame Behandlung mit Bakteriophagen beendet Infektionen der Milchdrüse und senkt damit Antibiotikaeinsatz und Tierleid. Durch fehlende Rückstände gibt es keine Umweltbelastungen und des Risikos antimikrobieller Resistenzen wird ebenfalls gemindert.

SIMBOX - Sauber und sicher: Mastitisprävention durch innovative Boxeneinstreu

Prof. Dr. med. vet. habil. Volker Krömker

Abteilung Bioverfahrenstechnik

Fakultät 2

01/2026 – 12/2027

SDG 3, 9, 12

Bovine Mastitiden (Euterentzündungen) zählen zu den bedeutendsten Erkrankungen der Milchviehhaltung. Schwere klinische Mastitiden, die durch Umweltkeime (Klebsiella spp., E. coli, Streptococcus uberis) verursacht werden, nehmen in den letzten Jahren stark zu und weisen eine hohe Sterblichkeitsrate auf. Ursächlich dafür sind u. a. der vermehrte Einsatz mikrobiologisch belasteter Boxeneinstreu (z.B. Pressgülle) sowie klimatische Veränderungen. Ziel des Projekts SIMBOX ist die Entwicklung und Erprobung einer Boxeneinstreu, die das Wachstum dieser Erreger und damit die Übertragung auf die Tiere wirksam hemmt. Dazu werden verschiedene Einstreuvarianten und Kombinationen mit Conditionern wie Kalk systematisch in Laborversuchen untersucht und optimiert und die besten Kandidaten anschließend in Feldversuchen auf Milchviehbetrieben geprüft. Im engen Verbund mit dem KMU Kalkwerk Hehlen GmbH entstehen marktfähige Produkte, die direkt in die Praxis überführt werden können. So lassen sich schwere Mastitiden und damit verbunden auch Tierleid und Todesfälle reduzieren, der mit einer Behandlung einhergehende Antibiotikaeinsatz vermindern und gleichzeitig die Entstehung von Antibiotikaresistenzen begrenzen. Da derzeit kein vergleichbares, tiergesundheitlich systematisch optimiertes Einstreuprodukt verfügbar ist, besitzt das Vorhaben ein hohes Innovationspotenzial und stärkt zugleich die regionale Wertschöpfung in der Land- und Ernährungswirtschaft.

Das Projekt hilft Milchviehbetrieben bei der Anpassung an den Klimawandel, der den Infektionsdruck erhöht. Zugleich kommt ein Naturstoff zum Einsatz, der nach Verwendung als Einstreu noch zur Düngung von Acker- und Grünland dient (Kreislaufwirtschaft). Weniger Infektionen senken Tierleid und Antibiotikaverbrauch – und damit den Eintrag in die Umwelt durch Gülle.

ZINES - Zitzendesinfektion: Innovativ, nachhaltig, evidenzbasiert und sicher

Prof. Dr. med. vet. habil. Volker Krömker

Abteilung Bioverfahrenstechnik

Fakultät 2

05/2026 – 04/2028

SDG 3, 9, 12

Bovine Mastitiden (Euterentzündungen) zählen zu den bedeutendsten Erkrankungen der Milchviehhaltung. Sie sind Folge der Infektion der Milchdrüsen durch Mikroorganismen. Zur Verhinderung werden unter anderem Desinfektionsmittel an der Zitzenspitze vor und nach dem Melken eingesetzt. Die meisten der auf dem Markt vorkommenden Produkte sind nur im Labormaßstab getestet und weisen einige Probleme, wie problematische Wirkstoffe wie Jodophore, auf. Ziel des Projekts ZINES ist die praktische Entwicklung und Erprobung innovativer und funktionell herausragender Zitzendippmittel, die eine wirksame Desinfektion und eine umweltschonende rückstandsarme Alternative zu jodhaltigen Mitteln bieten. Dazu werden verschiedene Wirk- und Inhaltsstoffe systematisch in Laborversuchen getestet und die besten Kombinationen in Feldversuchen auf Milchviehbetrieben geprüft. Im engen Verbund mit der Dr. Küke GmbH entstehen marktfähige Produkte, die direkt in die Praxis überführt werden können. Rückstände jodhaltiger Dippmittel in Milch und Belastungen für Umwelt und Menschen sollen ebenso wie Mastitiden und damit verbundenes Tierleid reduziert werden. Mit der Mastitisbehandlung einhergehender Antibiotikaeinsatz wird ebenso wie die Entstehung von Resistenzen vermindert. Da derzeit kein vergleichbares, wirksames und zugleich umweltschonendes Dippmittel verfügbar ist, besitzt das Vorhaben ein hohes Innovationspotenzial und stärkt zugleich die regionale Wertschöpfung in der Land- und Ernährungswirtschaft.

Ziel ist die Entwicklung eines Zitzendippmittels auf Basis biologisch abbaubarer Wirkstoffe. Wirksame Zitzendesinfektion wirkt Euterinfektionen entgegen und senkt damit Antibiotikaeinsatz und Tierleid. Die Minimierung von Umweltbelastungen durch jodbasierte Dippmittel und des Risikos antimikrobieller Resistenzen stärken die wirtschaftliche Entwicklung der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette.

Resi – Reststoffe innovativ

Prof.in Dr.in-Ing. Andrea Siebert-Raths

Abteilung Bioverfahrenstechnik, IfBB – Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe

Fakultät 2

12/2025 - 11/2027

SDG 9, 12, 13

Im Projekt Resi sollen landwirtschaftliche Rest- und Abfallstoffe als biogene Materialien genutzt werden, um fossile Rohstoffe zu ersetzen und damit Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit zu fördern. Durch die Verwendung von Reststoffen statt frischer Biomasse kann zusätzlicher Flächenverbrauch für die Rohstoffproduktion vermieden werden, was das Verfahren potenziell ökologisch sinnvoller macht.

Ziele:

  1. Potenziale: Es soll untersucht werden, welche biobasierten Reststoffe und Koppelprodukte aus Niedersachsen sich für die Kunststofftechnik eignen und wie sie innovativ in bislang ungenutzten Anwendungsfeldern eingesetzt werden können.
  2. Aufbereitung: Es werden Verfahren entwickelt, um diese Reststoffe aufzubereiten (z. B. waschen, trocknen, zerkleinern), damit sie industriell nutzbar, lagerfähig und anwendungsorientiert verwendbar sind.
  3. Einsatz in Bioverbundwerkstoffen: Der Einsatz ausgewählter biogener Reststoffe in Bioverbundwerkstoffen als Füll- und Verstärkungsstoffe, als funktionalisierende Additive oder auch als Fermentationsmedium wird untersucht.

Die Reststoffe und Koppelprodukte werden hinsichtlich ihrer Eignung als Füll- bzw. Verstärkungsstoff oder Additiv bewertet. Parallel wird geprüft, ob bestimmte Reststoffe als Ausgangsmaterial für Fermentation genutzt werden können. 

Ziel ist es, statt frischer noch zu produzierender Biomasse landwirtschaftliche Abfall- und Reststoffe als Füll- und Verstärkungsstoffe in Bioverbundwerkstoffen einzusetzen, um Rohstoffe einzusparen und neue Anwendungsfelder für bislang ungenutzte Rest- und Abfallstoffe zu erschließen.

Finanzierung: Mittel des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes Niedersachsen Programmgebiet „Stärker entwickelte Region“ (SER), Förderperiode 2021-2027.

SpaPlast2 - Anschlussprojekt zur Untersuchung der Aufbereitung und Nutzbarmachung von Spargelsekundärprodukten für biobasierte Halbzeuge

Prof.in Dr.in-Ing. Andrea Siebert-Raths

Abteilung Bioverfahrenstechnik, IfBB – Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe

Fakultät 2

01/2024 - 06/2026

SDG 9, 12, 13

Das Projekt SpaPlast II befasst sich mit der Nutzung von Spargelschalen als Reststoff in der kunststoffverarbeitenden Industrie. Im Vorgängerprojekt SpaPlast hat sich gezeigt, dass sich aufbereitete Spargelschalen ähnlich gut wie andere Naturfasern in Kunststoffmatrices einarbeiten lassen. Allerdings haben Spargelschalen als Reststoff eine zeitlich begrenzte Verfügbarkeit und bedürfen einer schnellen Verarbeitung (insbesondere Trocknung) zu lagerfähigen Zwischenprodukten, um eine Schimmelbildung des feuchten Materials zu verhindern. Diese schnelle Verarbeitung ist damit Voraussetzung, um Spargelschalen industriell nutzen zu können. Diese im ersten Projekt im Labormaßstab erbrachten Erkenntnisse sollen in „SpaPlast II“ auf industrielle Maßstäbe übertragen werden, um einen wirtschaftlichen, anwenderfreundlichen und nachhaltigen Einsatz von Spargelschalen in der (kunststoffverarbeitenden) Industrie mittelfristig zu erreichen. Das Projekt wird vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz aus Mitteln des Maßnahmenpaketes Stadt.Land.ZUKUNFT" Wirtschaftsförderfonds – ökologischer Bereich" zur Unterstützung der Umsetzung der Landesstrategie Biologisierung „Neue Wege für ein zukunftsfähiges Niedersachsen" gefördert.

Die Nutzung des Reststoffes Spargelfasern hat den nachhaltigkeitsrelevanten Vorteil, bislang eingesetzte endliche Ressourcen einzusparen, und verhilft der heimischen Landwirtschaft sowie der Rohstoffindustrie zu einem weiteren Absatzmarkt eines ehemals verworfenen Rest- bzw. Abfallstoffes. Mittelfristig soll damit die grüne Bioökonomie „Made in Germany“ gestärkt werden.

InnoBOB - Innovative biobasierte Organobleche mit erhöhter Thermostabilität und Wasserresistenz für Leichtbau-Anwendungen

Prof.in Dr.in-Ing. Andrea Siebert-Raths

Abteilung Bioverfahrenstechnik, IfBB – Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe

Fakultät 2

10/2023 - 09/2026

SDG 9, 12, 13

Ziel des Projektes ist es, neuartige Naturfaser-Organobleche mit Biopolymeren zu entwickeln, um einen biobasierten Verbundwerkstoff für verschiedenste Anwendungsfelder wie Einhausungen und Verkleidungen im Maschinen- und Anlagenbau über Interieur- und Strukturbauteile im Fahrzeugbau und Luftfahrtbereich bis hin zu Produkten für die Sportindustrie zur Verfügung zu stellen. Hierbei gibt es zwei Herausforderungen: erstens die benötigte Thermostabilität und zweitens eine erhöhte Wasserresistenz. Für die Thermostabilität sollen die im Vergleich zu synthetischen Fasern weniger temperaturstabilen Naturfasern mit niedrig schmelzenden Biopolymeren kombiniert werden, um eine Faserdegradation zu vermeiden. Für eine erhöhte Wasserresistenz und eine ausreichende Dimensionsstabilität muss außerdem eine durch die hydrophilen Naturfasern bedingte Wasseraufnahme vermeiden werden. Dafür sollen zueinander passende Naturfasern und Biopolymere eingesetzt werden: Gegen einer unerwünschte Wasseraufnahme der Naturfasern erfolgt ihre chemische Oberflächenfunktionalisierung. Zur Verbesserung der Wärmeformbeständigkeit werden die Biopolymere mit Thermostabilisatoren additiviert. Das Projekt wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur aus Mitteln des Programms „zukunft.niedersachsen“.

Der Einsatz von Biokunststoffen und Naturfasern statt fossilbasierter Materialien ist ein wichtiger Baustein der nachhaltigen Produktion. Ferner wird die Recyclierfähigkeit der Bio-Organobleche geprüft und die Wiederverwendung der Rezyklate an ausgewählten Bauteilen bewertet. Begleitend ist eine Ökobilanzierung der eingesetzten Rohstoffe, Prozesse und Produkte vorgesehen.

Tec4Egg - Technologieentwicklung zur hochwertigen Reststoffnutzung von Eierschalen als multifunktionales Additiv

Prof.in Dr.in-Ing. Andrea Siebert-Raths

Abteilung Bioverfahrenstechnik, IfBB – Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe

Fakultät 2

10/2024 - 03/2027

SDG 9, 12, 13

In der industriellen Lebensmittelproduktion fallen in Deutschland durch die Verarbeitung von Eiern große Mengen Eierschalen an, die bis dato meist ungenutzt entsorgt werden. Im Mittelpunkt des Projekts stehen die Aufbereitung und Modifizierung des Reststoffs Eierschale zu einem wertvollen Rohstoff, der als multifunktionales Additiv und Füllstoff in der Kunststoffindustrie einsetzbar ist. Das aufbereitete Eierschalenpulver soll in Abhängigkeit der Partikeleigenschaften als biogenes Nukleierungsmittel und Additiv mit UV-stabilisierender Wirkung untersucht und eingesetzt werden. Zudem kann es als Füllstoff in Kunststoffen verwendet werden, um die CO2-Bilanz des Materials zu verbessern. Wichtige Kernelemente des Projekts sind die Entwicklung einer Desinfektionsstrategie zur antimikrobiellen Konservierung der Eierschalen für den Transport sowie die Trocknung, Mahlung und Abtrennung der Membran. Zur Produktion neuartiger Thermoplast-Eierschalen-Compounds soll das aufbereitete Eierschalenpulver sowohl in bio- als auch fossilbasierte Kunststoffe eingearbeitet werden. Ziel ist es, daraus Eierschalenkonsumprodukte wie z. B. Eierbecher oder Transport- und Aufbewahrungsboxen für Eier herzustellen.

Statt die Eierschalen ungenutzt zu entsorgen, werden sie zu einem wertvollen Rohstoff modifiziert, der als multifunktionales Additiv und Füllstoff in der Kunststoffindustrie einsetzbar ist. Damit kann er die CO2-Bilanz des Kunststoffes verbessern. Darüber hinaus wird die Nachhaltigkeit und Kreislauffähigkeit des Materials mittels einer Ökobilanz sowie Rezyklierbarkeitsanalysen untersucht.

Das Projekt wird gefördert vom BMBF unter der Projektträgerschaft des PTJ.

I-RoBi - Industrie-Rohstoff Binse von Moorstandorten nutzen

Prof.in Dr.in-Ing. Andrea Siebert-Raths

Abteilung Bioverfahrenstechnik, IfBB – Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe

Fakultät 2

07/2024 - 06/2027

SDG 9, 12, 13

Die Wiedervernässung von Mooren ist für den Klimaschutz unerlässlich. Da die entwässerten Moore zum großen Teil für die Land- und Forstwirtschaft genutzt wurden, werden neue Konzepte gesucht, um die Moore klimaschonend und trotzdem gewinnbringend zu nutzen. Viele extensive Dauergrünlandflächen auf Moorstandorten weisen ein erhöhtes Auftreten von Binsen auf, da diese sich bevorzugt auf feuchten, sauren und stickstoffarmen Böden ausbreiten. Auch wiedervernässte Moorflächen eignen sich als Standort reiner Binsenkulturen. Als Fasermaterial können Binsen in der Baubranche als Dämmung eingesetzt werden. Auch der Einsatz von Binsenfasern als Füllstoff für Kunststoffe ist denkbar. Mit diesen Einsatzmöglichkeiten von Binsen beschäftigt sich das Projekt I-RoBi wie folgt: optimale Gewinnung von Binsen auf moorigen Dauergrünlandflächen, Aufbereitungs- und Weiterverarbeitungsmethoden, Überführung der aufbereiteten Binsen in Faserform in verschiedene Anwendungsszenarien, wie z. B. als Dämmstoff und/oder Füllstoff in Kunststoffcompounds. 

Binsen sind als nachwachsender Rohstoff regional verfügbar. Sie ersetzen konventionelle Rohstoffe und wachsen gleichzeitig im Habitat Moor, das als CO2-Speicher dient. Darüber hinaus werden die mit Binsenfasern produzierten Materialien einer Ökobilanzierung unterzogen, die das Nachhaltigkeitspotenzial unter Berücksichtigung des CO2-Einsparpotenzials aufzeigen soll.

Das Projekt wird gefördert von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft „Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft“ (EIP Agri).

Pavillon – Vom Denkraum zum Reallabor

Prof.in Dr.in Antonia Low, Prof.in Dr.in Tatjana Sabljo, Prof.in Dr.in Ute Heuer

Abteilung Medien und Design

Fakultät 3

09/2025 - 12/2026

SDG 4, 11, 12

Das Projekt „Pavillon – Vom Denkraum zum Reallabor“ ist ein internationales Lehr-, Forschungs- und Transferprojekt der Experimentellen Gestaltung und der Innenarchitektur der HsH in Kooperation mit dem Research Lab Sites & Situations des Royal College of Art London. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung von Pavillons als temporäre, ortsspezifische und gesellschaftlich wirksame Möglichkeitsräume für Forschung, Lehre und öffentliche Teilhabe. Das Projekt untersucht, wie nachhaltige Raumproduktion unter den Bedingungen aktueller ökologischer und gesellschaftlicher Herausforderungen gestaltet werden kann. In Feldforschungen, Workshops, Exkursionen und interdisziplinären Lehrformaten erforschen Studierende und Lehrende nachhaltige Materialien, kreislauffähige Konstruktionen und ortsbezogene Entwurfsstrategien. Die Pavillons sind dabei Reallabore, in denen Fragen und Praktiken des ressourcenschonenden Gestaltens - und Bauen untersucht und erprobt werden. Im Zentrum steht zudem die Entwicklung transnationalen und interdisziplinären Erfahrungswissens zu nachhaltiger Raumproduktion. Die Pavillons sind architektonische Objekte, soziale und kulturelle Infrastrukturen, die Teilhabe und kulturelle Nachhaltigkeit zur Vermittlung von gesellschaftlichen Werten wie Offenheit, Freiheit, Vielfalt und Demokratie ermöglichen. Die Pavillons schaffen offene Räume für Begegnung, Austausch zwischen Hochschule und Öffentlichkeit und für gemeinsame Wissensproduktion. 

Das Projekt verbindet nachhaltige Material- und Baupraxis mit kultureller Nachhaltigkeit. Studierende erforschen im Pavillon kreislauffähige Konstruktionen, Materialwiederverwertung, ortsbezogene Entwurfsstrategien u. a. mit Ansätzen wie Design for Disassembly, Right to Repair und Degrowth. Gleichzeitig werden Pavillons als offene Räume für gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe verstanden.

UmRaum kann

Prof.in Dr.in Tatjana Sabljo, Prof.in Dr.in Martina Wiedleroither

Abteilung Medien und Design, Innenarchitektur

Fakultät 3

06/2023 - 06/2026

SDG 4, 11, 12

Das Forschungsprojekt “UmRaum kann” befasst sich mit der besonderen Relevanz von Räumen und Orten für die Gesellschaft. Dabei wird untersucht, ob und wie "Raum" gesellschaftliche Werte, wie zum Beispiel Nachhaltigkeit, Kreativität oder Inklusion, verkörpern, fördern und ausprägen kann. Im Rahmen des Forschungsprojektes werden Expert*inneninterviews mit Menschen aus unterschiedlichsten Bereichen geführt: Wissenschaftler*innen, Planer*innen, Designer*innen, Politiker*innen, Soziolog*innen usw.

Im Kapitel „UmRaum kann: zukunftsfähig machen“ wird untersucht, welche Rolle Orte der Gemeinschaft (insbesondere öffentliche Räume) im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit spielen können. In welchen Räumen findet Interaktion und Kooperation statt? Welche Orte festigen unser Gemeinschaftsgefühl?

Öffentliche Bücherschränke in Deutschland – eine Bestandsanalyse

Prof.in Dr.in Jutta Bertram

Abteilung Information und Kommunikation

Fakultät 3

Forschungssemester, Sommersemester 2026

SDG 12

Als 1993 die ersten öffentlichen Bücherschränke in Deutschland im Rahmen eines Kunstprojekts aufgestellt wurden, geschah dies mit der Frage, ob es wirklich funktionieren kann, Bücher ohne „Buchwächter“ oder Bibliothekarinnen quasi schutzlos dem öffentlichen Raum zu überlassen. Heute wissen wir: Trotz gelegentlicher Zweckentfremdung der Schränke auf der Geber- und auf der Nehmerseite und trotz Vandalismusproblematik: Es funktioniert, jedenfalls im Großen und Ganzen. Indes sind Bücherschränke, obwohl oder gerade weil sie so ein Erfolgsmodell sind, bislang kaum zum Forschungsgegenstand geworden. An diesem Punkt setzt das Projekt an: Anhand einer Analyse der Daten zu den knapp 4.000 öffentlichen Bücherschränken, die zu Projektbeginn in der Liste öffentlicher Bücherschränke in Deutschland auf Wikipedia verzeichnet waren, wird ein Überblick über die hiesige Bücherschranklandschaft erarbeitet: Angefangen von ihrer Ausführung über ihre räumliche und soziale Verortung bis hin zu Nutzungsaufforderungen oder -restriktionen, die die Träger an den Schränken hinterlassen. Daraus werden kritische Erfolgsfaktoren für Bücherschränke abgeleitet, Folgerungen für deren soziales und demokratisches Potenzial gezogen sowie die Übertragbarkeit dieses Modells auf andere Gegenstände erörtert. 

Öffentliche Bücherschränke leben von Verschenken statt Verkaufen, Nachnutzung statt Wegwerfen, Vertrauen statt Kontrolle. Sie sind sich selbst reproduzierende Systeme und nicht auf kommerzielle Vermittler angewiesen.

Buchprojekt ESG im Prüfungsfokus

Prof. Dr. Dirk Heithecker

Abteilung Betriebswirtschaftslehre

Fakultät 4

01/2025 - 12/2025

SDG 12, 13

Mit den jüngsten Novellierungen der Vorgaben der Bankenaufsicht hat die Umsetzung der Nachhaltigkeitsregeln (ESG) in den Kreditinstituten massiv an Fahrt aufgenommen. Die EZB macht unermüdlich deutlich, welche Erwartungen sie in Bezug auf das Management von Umwelt- und Klimarisiken hat, und die EBA arbeitet gewissenhaft ihre Sustainable-Finance-Roadmap ab. Doch wie können die teilweise sehr detaillierten Vorgaben pragmatisch, regelkonform und zugunsten einer nachhaltigeren Entwicklung in der Praxis umgesetzt werden? Der Sammelband fasst die Erfahrungen der Aufseher und Bankpraktiker bei der Umsetzung von Sustainable Finance zusammen. Das Werk kommt für all jene, die sich mit der ESG-Gesetzgebung und der Anwendung entsprechender Leitlinien befassen, genau zur richtigen Zeit. Die hochaktuellen Beiträge, die teilweise Feststellungen aus bankaufsichtlichen Prüfungen aufgreifen, bieten aus Praktiker- und Aufsichtsperpektive Orientierung für die wichtigsten Herausforderungen im Nachhaltigkeits-Risikomanagement. 

Die Sustainable Finance ist ein wichtiges Themengebiet der Nachhaltigkeitstransformation der Wirtschaft und Gesellschaft in der EU und auf der Welt. Für eine erfolgreiche Umsetzung dieser Mammutaufgabe ist ein breites Verständnis von Nachhaltigkeitsthemen in der Praxis von Bedeutung. Das Buch widmet sich wichtigen Strategischen Themen der Sustainable Finance in Banken.

Das Buchprojekt wurde federführend gemeinsam mit Herrn Prof. Dr. Thomas Dietz der Deutschen Bundesbank umgesetzt.

 

SenAD2 - Machine Learning-basiertes Degradationsmonitoring für Asphaltstraßenbefestigungen

Prof. Dr. Ralf Bruns, Prof. Dr. Jürgen Dunkel

Abteilung Informatik

Fakultät 4

06/2024 - 05/2027

SDG 9

SenAD2 ist ein Verbundprojekt der HsH mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie.  Ziel ist ein datenbasiertes Monitoringsystem zur zerstörungsfreien und flächendeckenden Bestimmung und Prognose des Degradationsgrads von Asphaltstraßen. Die Innovation des Vorhabens liegt in der Nutzung von KI-Verfahren zur Analyse von Daten aus der Asphalttragschicht, die mittels eines innovativen Sensorsystems direkt aus der Schicht gewonnen werden. Der strukturelle Zustand der Asphalttragschicht hat wesentlichen Einfluss auf die Nutzungsdauer einer Straße. Zur Beurteilung des strukturellen Zustands stehen gegenwärtig jedoch nur zerstörende Messverfahren (Bohrkernentnahme) zur Verfügung, bei denen die Straße zusätzlich geschädigt wird. Eine flächendeckende, kontinuierliche Zustandsbewertung der Substanz von Straßen ist aufgrund des damit verbundenen hohen Aufwandes sowie der induzierten Schädigung nicht realisierbar, gleichzeitig jedoch Voraussetzung für ein nachhaltiges Straßenerhaltungsmanagement. Das im Projekt entwickelte Sensorsystem besteht aus einem biobasierten Trägergewebe mit integrierter Sensorik. Mit KI-Verfahren des Machine Learning wird aus der durch das hybride Gewebe erfassten Degradation der Straßenzustand abgeleitet.  Diese zerstörungsfreie Überwachung ermöglicht eine quasikontinuierliche Erhebung des Straßenzustands ohne zusätzliche Schädigung. Dadurch werden Instandsetzungsmaßnahmen besser planbar, wirtschaftlich effizienter und nachhaltiger.

Das innovative Monitoringsystem aus biobasiertem Trägergewebe, fortschrittlicher Sensorik und KI-basierter Datenanalyse ermöglicht ein qualitativ und quantitativ verbessertes Monitoring der Straßeninfrastruktur. Die besserte Planbarkeit und Abstimmung von Straßenerhaltungsmaßnahmen schont sowohl Ressourcen als auch Umwelt und reduziert Störungen des Verkehrsflusses.

Wege zu mehr Nachhaltigkeit: Systemische Transformations-hemmnisse und praktische Lösungsansätze

Prof. Dr. Michael Nusser

Abteilung Betriebswirtschaftslehre

Fakultät 4

09/2021 - 08/2027

SDG 9, 12, 13

In dem FuE-Vorhaben geht es um folgende Fragestellungen: 

a) Welche Innovationshemmnisse existieren (u. a. in Deutschland), wenn es um die Erforschung und Entwicklung, Umsetzung und (Markt-)Diffusion zukunftsorientierter Nachhaltigkeitsinnovationen geht?

b) Welche praktischen Lösungsansätze und Handlungsoptionen für die Akteure aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft existieren, um diese Innovationshemmnisse abzubauen? Dabei werden auch die Faktoren identifiziert, die sich besonders innovationsförderlich auswirken sowie die Einflussmöglichkeiten eruiert, die zur Förderung positiver Faktoren (sog. Innovationstreiber) beitragen können.

Dabei wurde bereits ein neues „Analysekonzept / Analysetool“, nämlich der »Grüne Diamant« entwickelt, das eine breitere System- und Netzwerkperspektive berücksichtigt und methodisch auf dem Innovationssystem-Forschungsansatz basiert. Neben kleineren Veröffentlichungen seit 2021 wird voraussichtlich Ende 2026 eine „umfassende“ (ca. 200-seitige) Publikation erscheinen, die neben einer Beschreibung des methodischen Ansatzes (»Grüner Diamant«) eine sehr differenzierte „Landkarte mit circa 150 systemischen Transformationshemmnissen“ sowie eine sehr umfassende „Landkarte an Handlungsfeldern und praktischen Lösungsansätzen“ beinhalten wird.

Das FuE-Vorhaben umfasst Technologie-spezifische sowie Bedarfsfelder-spezifische Analysen zu konkreten Nachhaltigkeitsinnovationen, u. a. aus den Bedarfsfeldern grüne IKT/digitale Welt, nachhaltige Energieversorgung und Ernährung, nachhaltige Produktionsprozesse, nachhaltige Mobilitätskonzepte, nachhaltige grüne Städte und Wohnräume sowie nachhaltiges Konsumverhalten.

HULLS - Hannover Hildesheim Urban Living Lab for Sustainability

Prof. Dr. Christoph von Viebahn

Abteilung Wirtschaftsinformatik

Fakultät 4

10/2024 - 09/2029

SDG 3, 11, 13

"HULLS – Hannover Hildesheim Urban Living Lab for Sustainability" ist ein hochschulübergreifendes Reallabor in der Region Hannover-Hildesheim. Ziel des Projekts ist die Entwicklung, Erprobung und nachhaltige Integration innovativer Lösungen für zentrale Transformationsfelder urbaner Räume. Im Fokus stehen die Bereiche Mobilität, Logistik, Quartierenergiemanagement, New Work und Öffentliche Verwaltung. Das Untersuchungsquartier Hannover-Seelhorst dient als praxisnaher Erprobungsraum, in dem Wissenschaft, Verwaltung, Bewohner*innen und Wirtschaft gemeinsam neue Produkte, Services und Prozesse pilotieren. Die wissenschaftliche Begleitung untersucht systematisch Wirkungen, Akzeptanz und Übertragbarkeit der Ansätze. HULLS verbindet damit urbane Transformation, Nachhaltigkeit und Industrieinnovation und beschleunigt die Entwicklung zukunftsfähiger Lösungen für Städte und Quartiere. Eine Übertragung der Themen in die Lehre erfolgt ebenfalls an den beteiligten Hochschulen. So wurden an der Hochschule Hannover seit dem SoSe 2025 in den von Prof. Dr. Christoph von Viebahn betreuten Modulen „Produktion und Logistik 2“ (BIS) und „Simulation ökonomischer Systeme“ (MDT) und in den von Prof. Dr. Wartenberg betreuten Modulen Data Mining (BIS) und BI-Projekt (BIS) studentische Arbeiten zu z.B. innovativen Mobilitätskonzepten, der Nachfragevorhersage, alternativen Zustellmöglichkeiten und der Parkraumauslastung durchgeführt. 

HULLS stärkt nachhaltige Stadtentwicklung, indem im Reallabor Hannover-Seelhorst Lösungen für klimawirksame Felder wie Mobilität, Logistik, Energie, Wohnen, New Work und Verwaltung unter realen Bedingungen erprobt werden. Partizipation, Datenanalysen und interdisziplinärer Transfer zahlen auf SDG 11 und weitere Nachhaltigkeitsziele (s. u.) ein.

Weitere Informationen zum Projekt unter: https://hulls.das-hub.de/ 

Impediments to technology diffusion in the energy transition

Prof.in Dr.in Jana Stöver

Abteilung Betriebswirtschaftslehre

Fakultät 4

01/2026 - k. A.

SDG 8, 9, 12

Die Transformation zu einer umweltfreundlicheren Wirtschaft erfordert die breite Diffusion grüner Technologien. Obwohl umfangreiche Forschung zur Entwicklung solcher Technologien existiert, bestehen weiterhin Forschungslücken bezüglich der Faktoren, die ihre tatsächliche Verbreitung bestimmen. Insbesondere wurde der Zusammenhang zwischen Umweltregulierungen, Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte und Technologieadoption bisher unzureichend untersucht. Die bestehende Literatur konzentriert sich vorwiegend auf finanzielle Anreize oder regulatorische Zwänge, vernachlässigt in diesem Kontext jedoch die zentrale Rolle unterschiedlicher Faktoren des Humankapitals als möglichen limitierenden Faktor bei der Implementierung grüner Innovationen.