16.07.2026

Vom Moor ins Labor: Ministerin Staudte besucht das Projekt I‑RoBi

Bei einem Besuch des Projekts I-RoBi informierte sich Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte zunächst auf einer Moorfläche im Emsland über die Binsennutzung. Anschließend erhielt sie an der Hochschule Hannover Einblicke in die Verarbeitung des nachwachsenden Rohstoffs zu innovativen Materialien.

Im Rahmen ihrer Sommerreise hat die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte das Forschungsprojekt I-RoBi (Industrie-Rohstoff Binse von Moorstandorten nutzen) besucht. Auf dem Programm standen sowohl ein Besuch der Projektflächen im Emsland als auch ein Einblick in die Forschungsarbeit am Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe (IfBB) der Hochschule Hannover. 

Die erste Station führte die Ministerin auf eine Moorfläche in Esterwegen. Dort informierte sie sich über die praktische Umsetzung des Projekts und tauschte sich mit den Projektpartnern über die Herausforderungen und Potenziale der Nutzung von Binsen auf Moorstandorten aus. Im Mittelpunkt standen Fragen rund um die nachhaltige Bewirtschaftung wiedervernässter Moore und die Entwicklung neuer Wertschöpfungsperspektiven für die Landwirtschaft. 

Anschließend besuchte Miriam Staudte das Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe (IfBB) der Hochschule Hannover. Dort erhielt sie Einblicke in die wissenschaftlichen Arbeiten des Projekts und lernte verschiedene Schritte der Aufbereitung und Verarbeitung des nachwachsenden Rohstoffs kennen. Forschende des IfBB zeigten, wie aus Binsen Materialien für unterschiedliche industrielle Anwendungen entwickelt werden können. 

„Es war spannend zu sehen, welche Produktionsschritte wir bei der Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen wie der Binse mit unserer Förderung möglich gemacht haben. Jetzt ist es wichtig, dass die Industrie die Produkte mit der guten Ökobilanz auch annimmt. Nur so kann es mittelfristig gelingen, die Rohstoffe in erdölbasierten Produkten zu ersetzen“, sagte Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte.

Das von Prof. Dr.-Ing. Andrea Siebert-Raths geleitete Projekt verbindet wissenschaftliche Forschung mit landwirtschaftlicher Praxis und industrieller Anwendung. Gemeinsam mit den Projektpartnern Wester GbR und Neuhaus Dämmtechnik untersucht das Team, wie sich die auf Moorstandorten häufig vorkommende Binse als nachhaltiger Rohstoff nutzen lässt. Das Vorhaben wird von der Europäischen Union und dem Land Niedersachsen im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft „Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft“ (EIP Agri) gefördert. 

Für das Projektteam war der Besuch der Ministerin eine besondere Anerkennung der bisherigen Arbeit. Gleichzeitig zeigte er, wie wichtig der Austausch zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis ist, um Lösungen für die Herausforderungen des Klima- und Ressourcenschutzes zu entwickeln.

Am Beispiel von I‑RoBi wird deutlich, wie die Hochschule Hannover Forschung in die Anwendung bringt: Gemeinsam mit ihren Partnern entwickelt sie neue Perspektiven für die Nutzung von Moorstandorten und für den Einsatz biobasierter Rohstoffe in der Industrie.

Förderung