Was ist Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt?

Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt ist jedes sexistische oder sexuell geprägte Verhalten, das als respektlos, grenzüberschreitend und verletzend empfunden wird. Bei sexualisierter Diskriminierung geht es nicht um sexuelle Bedürfnisse, sondern Sexualität fungiert als Ausdrucksform durch Sprache und Gestik zur Ausübung von Macht und Kontrolle. Diskriminierend empfundenes Verhalten ist stets einseitig und unerwünscht.

Zum Beispiel:
- sexuell anzügliche Bemerkungen und Witze
- aufdringliche und beleidigende Kommentare über Kleidung, Aussehen, Privatleben
- Fragen mit sexuellem Inhalt, die die Intimsphäre verletzen
- Annäherungsversuche und unerwünschte Aufforderungen, die teilweise mit Versprechen
  von Vorteilen oder Androhen von Nachteilen einhergehen
- aufdringliches Starren, anzügliche Blicke, Hinterherpfeifen
- unerwünschte E-Mails, SMS, Fotos oder Videos mit sexuellem Bezug
- aufdringliche Annäherungsversuche in sozialen Netzwerken
- Aufhängen und Verbreiten von pornographischem Material
- unsittliches Entblößen
- jede unerwünschte Berührung (Tätscheln, Streicheln, Kneifen, Umarmen, Küssen)
- eine respektvolle körperliche Distanz nicht wahren
- körperliche Gewalt, jede Form von sexualisierten Übergriffen
- strafrechtlich relevante Tatbestände wie Stalking, sexuelle Nötigung und Vergewaltigung

Wie kann ich mich gegen sexualisierte Diskriminierung und Gewalt zur Wehr
setzen?

Betroffene von sexualisierter Diskriminierung und Gewalt sollten über das Erlebte sprechen. Vertrauen Sie sich nahestehenden Personen an und nutzen Sie Beratungsstellen, die Ihnen Hilfestellung zur Verarbeitung des Erlebten anbieten. Sie werden ernst genommen mit Ihren Ängsten und bekommen professionelle Unterstützung bei einem möglichen weiteren Beschwerdeverfahren.

Betroffene von sexualisierter Diskriminierung und Gewalt haben das Recht, sich zu beschweren. Basierend auf §3 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) hat die Hochschule Hannover eine Richtlinie für Beschwerdeverfahren implementiert. Die Zentrale Gleichstellungsbeauftragte der Hochschule Hannover ist zudem Ansprechpartnerin für niedrigschwellige Beratung. Hier können Sie sich über das Beschwerdeverfahren informieren, beraten lassen und Hilfe in Anspruch nehmen im Umgang mit diesem Thema. Niemand muss eine Grenzverletzung hinnehmen und mit den Konsequenzen leben. Dies gilt auch für Zeug*innen von sexualisierter Diskriminierung und Gewalt. Auch sie können sich beraten lassen, um ihr Persönlichkeitsrecht zu wahren.

Richtlinie der Hochschule Hannover für das Beschwerdeverfahren bei Gewaltanwendung, Benachteiligung, Belästigung und Diskriminierung von Studierenden, Angehörigen, Beschäftigten sowie Gästen der Hochschule

https://hsh-intern.hs-hannover.de/fileadmin/media/doc/gb/Publikationen/02-Richtlinie_zu_Beschwerdeverfahren.pdf

Externe Beratungsstellen:

Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben. Unter der Nummer 08000 116 016 und via Online-Beratung unterstützen wir Betroffene aller Nationalitäten, mit und ohne Behinderung – 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr. Auch Angehörige, Freundinnen und Freunde sowie Fachkräfte beraten wir anonym und kostenfrei. www.hilfetelefon.de

Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen Hannover e. V. | Beratung - Unterstützung - Prävention – Information (0511) 33 21 12 www.frauennotruf-hannover.de/

Antidiskriminierungsstelle (ADS) Hannover, 0511/36238 https://www.hannover.de/Leben-in-der-Region-Hannover/Soziales/Integration-Einwanderung/Antidiskriminierungs%C2%ADstelle-ADS

Männerbüro Hannover e.V., 0511/1235890, www.maennerbuero-hannover.de

Die Hochschule Hannover beteiligte sich erneut an der Fahnenaktion
- Nein zu Gewalt an Frauen -
am 25.11.2020