EINLADUNG ZUM DIALOG

Über 80 Studierende erhalten im Studienjahr 2016/17 ein WIR/Deutschlandstipendium für ein Jahr. Anlässlich der nun schon im sechsten Jahr stets Ende Januar stattfindenden Veranstaltung „Einladung zum Dialog“ war Frau Schröder-Köpf der diesjährige Ehrengast in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit als Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe des Landes Niedersachsen. Dies hatte einen besonderen Grund: Das WIR/Deutschlandstipendium der HsH soll neben Studierenden mit guten Noten vor allem diejenigen fördern, die erfolgreich biographische Hürden überwunden haben. Das Wir-Stipendium möchte sie ermutigen, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.

In Ihrem Grußwort freute sich Frau Schröder-Köpf besonders über den hohen Anteil an Stipendiatinnen und Stipendiaten mit Migrationshintergrund von knapp 40 %, wie den Anteil von fast 70 % an Bildungsaufsteigern, bei denen kein Elternteil studiert hat.

In seiner  Begrüßung überraschte Vizepräsident Thorsten Schumacher mit sehr persönlichen Ausführungen zu seinem eigenen, von Hürden geprägten Bildungsweg. Prof. Dr. Stahl ermunterte die Stipendiatinnen und Stipendiaten die Kontakte zu Ihren Förderern zu nutzen und lobte das Programm schmunzelnd als „international völlig unbedeutend, national eher zweitrangig, regional der Hammer“ in Anlehnung an eine Bierdeckelwerbung einer Familienbrauerei in Bayern aus seiner Heimat. Der nachfolgende gemeinsame Vortrag der aus Afghanistan stammenden Studentin Sabrina Rahimi und der iranischen Studentin Minoo Mozafarian mit dem Titel „Geduld und Paradies“, in Anlehnung an die jeweilige Übersetzung ihrer Vornamen in die deutsche Sprache , beeindruckte durch die persönliche Erzählung über Flucht, Ankunft in Deutschland und Werdegang bis zum Studium.
Bachelorabsolvent und Stipendiat Otto Pal und sein Betreuer im Unternehmen enercity, Herr Dipl.-Ing. Stürtz, berichteten von dem gemeinsamen Untersuchungsziel kurzzeitige Stromausfälle registrieren zu können. Diese haben negative Auswirkungen auf automatisierte Anlagen durch deren plötzlichen Stillstand. Die Stipendiatinnen Shad Mohammad, Migrantin aus dem Irak und Alicja Techmanska aus Ausschwitz berichteten von ihrem Weg nach Deutschland. Der anschließende Vortrag von Fabian Bettels mit seinem Betreuer Herrn Dipl.-Ing. Mügge aus dem Unternehmen Viscom, zeigte Ergebnisse seiner ersten Praxisphase und der späteren Bachelorarbeit über die Prüfung elektronischer Leiterplatten auf. Für die Entwicklung von komplexen Steuerungen für Industrie 4.0 und Big Data wurden Algorithmen entwickelt, die extreme Informationsmengen von einer Milliarde Messpunkte in ungefähr 15 Sekunden verarbeiten müssen (bis zu 109 Prüfungen in ca. 15 Sekunden). Die Vortragsveranstaltung endete mit der Vorstellung des neuen gemeinsamen Studiengangs Mediendesigninformatik der Fakultäten III und IV von den Studierenden Corinna Dettmer, Luisa Pätzold und Marlon Lückert. Ihr Vortrag mit dem Thema „Kreative Systematik“ veranschaulichte an Beispielen wie Design und Informatik zusammenfinden können. So zeigten die Studierenden wie durch eine Handy-Live-Aufnahme einer Visitenkarte nicht nur das Logo der Firma animiert (ähnlich wie bei pokemon go) eingeblendet wird, sondern sich auch automatisch ein E- Mail Fenster für eine Nachricht öffnet, als Beispiel für erweiterte Realität.  Der Abend klang bei einem Get-Together der nahezu 200 anwesenden Förderer, Gäste, Hochschulangehörigen und Stipendiaten aus.