Datenschutz

KI-Sprachmodelle an der HSH: Welche Ressourcen stehen zur Verfügung – und warum?

Wer an der Hochschule Hannover generative KI nutzen möchte, hat die Wahl zwischen mehreren offiziell bereitgestellten Angeboten. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wo die Daten verarbeitet werden und wer Zugriff auf die Eingaben hat. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die verfügbaren Dienste und erklärt, worauf es bei der Wahl ankommt.

Die Dienste der GWDG (Academic Cloud)

Über die Academic Cloud der GWDG (Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen) stehen HSH-Angehörigen mit ihrem Hochschul-Account mehrere KI-Dienste zur Verfügung. Der Dienst Chat AI ist ein Chatbot-Interface für den direkten Dialog mit verschiedenen Sprachmodellen. Hier können von der GWDG selbst gehostete Modelle und externe Modelle (z. B. von OpenAI) genutzt werden.

Alle diese Dienste laufen auf der GWDG-eigenen HPC-Infrastruktur (High Performance Computing) und sind mit dem AcademicID-Login direkt nutzbar – ohne separate Buchung.

Selbst gehostete Modelle bei Chat AI

Bei Modellen, die die GWDG selbst hostet, verlässt die Eingabe die GWDG-Systeme nicht. Laut der Datenschutzerklärung von Chat AI werden Anfrageinhalte (der Chatverlauf) grundsätzlich nicht dauerhaft gespeichert – weder die Anfrage noch die Antwort liegen nach der Verarbeitung noch irgendwo vor. Eingaben werden bei diesen selbst gehosteten Modellen zudem nicht zum Training der Sprachmodelle verwendet.

Externe Modelle bei Chat AI (z. B. OpenAI)

Wählt man dagegen ein externes Modell (in der Oberfläche mit "External" gekennzeichnet), wird die Anfrage an den externen Anbieter weitergeleitet, bei OpenAI-Modellen über Microsoft-Server. Dabei gilt:

- Die Anfrage wird ungefiltert übermittelt – enthaltene personenbezogene Daten gehen also mit.

- Informationen über die Nutzerin oder den Nutzer selbst werden von der GWDG nicht mitgeschickt, die Anfragen werden vorab anonymisiert.

- Microsoft speichert die Anfrage bis zu 30 Tage, aber nur dann, wenn ein Missbrauchsverdacht (z. B. Hassrede oder sexualisierte Inhalte) automatisch erkannt wird – dabei kann es auch zu Fehleinschätzungen kommen.

Praktische Konsequenz: Für Eingaben mit personenbezogenen oder sensiblen Daten sind selbst gehostete Modelle die datenschutzfreundlichere Wahl. Externe Modelle bieten oft eine höhere Leistungsfähigkeit, sollten aber bewusst und eher für unkritische Inhalte eingesetzt werden. Die Abbildung zeigt die Auswahl der selbst gehosteten und mit (External) gekennzeichneten externen Modelle.

Copilot Chat

Als weitere Option steht Copilot Chat zur Verfügung, erreichbar über m365.cloud.microsoft/chat mit dem Hochschul-Account. Darüber lassen sich aktuelle ChatGPT-Modelle nutzen, eingebettet in die Microsoft-365-Umgebung der Hochschule.

Im Rahmen von CoPilot Chat ist vertraglich garantiert, dass Eingaben nicht dauerhaft gespeichert oder zum Training der KI-Modelle genutzt werden. Grundlage dafür ist eine Auftragsverarbeitungsvereinbarung nach Art. 28 Abs. 1 DSGVO zwischen der Hochschule Hannover und Microsoft. Zusätzlich liegt eine Datenschutz-Folgenabschätzung vor, die im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Inneres und Sport für die gesamte Landesverwaltung erstellt wurde. Die Hochschule wird für ihre Mitarbeitenden eine eigene Dienstanweisung zum Einsatz von KI-Systemen bereitstellen. Weitere Infos dazu folgen.

Kurzübersicht: Welches KI-Sprachmodell wofür?

Dienst fürGut geeignet fürDatenschutz-Hinweis
Chat AI (selbst gehostete Modelle)Sensible/personenbezogene Inhalte, dienstliche AnfragenKeine dauerhafte Speicherung, kein Training mit den Eingaben
Chat AI (externe Modelle)Anspruchsvolle Aufgaben, sensible oder vertrauliche Daten nur mit ausreichender RechtsgrundlageWeiterleitung an Dritte kann nicht ausgeschlossen werden
Copilot ChatAnspruchsvolle Aufgaben, sensible oder vertrauliche Daten nur mit ausreichender RechtsgrundlageVertraglich keine dauerhafte Speicherung/kein Training

Rechenressourcen von KISSKI

Datenmengen zu verarbeiten –, kann diese über KISSKI beantragen. Der Dienst richtet sich an Forschende in den Branchen Energie und Gesundheitswesen/Medizin, ist aber auch für weitere Themenfelder offen.

Anders als bei Chat AI & Co. sind die Rechenressourcen kein Selbstläufer, sondern müssen gebucht werden:

1. Voraussetzung ist eine AcademicID – entweder per föderierter Anmeldung über die Hochschule oder per Neuregistrierung.

2. Beim Klick auf „Buchen" öffnet sich ein Anfrageformular zur geplanten Nutzung; nach Zustimmung zu Nutzungsbedingungen und Datenschutzbestimmungen wird die Anfrage an das KISSKI-Ticketsystem übermittelt.

3. Die Anfrage wird intern geprüft; man erhält anschließend Rückmeldung von der zuständigen KISSKI-Ansprechperson zum weiteren Vorgehen.