Schlüsselqualifikationen (ZSQ)

Die übergreifenden Lehrveranstaltungen Schlüsselqualifikationen der Hochschule Hannover halten auch im aktuellen Semester wieder Angebote bereit, die wie folgt zu belegen sind:

  • als freiwillige Zusatzleistung, die im Abschlusszeugnis ausgewiesen wird
  • als Teil des Studiums, angegebene CPs werden – nach Rücksprache und mit Zustimmung der Fakultät – auf das Studium angerechnet.

Für all unsere Veranstaltungen müssen Sie sich anmelden.

Bei Fragen zu Möglichkeiten der Anrechnung oder einem Eintrag in Ihr Transcript of Records (ToR) kontaktieren Sie bitte Ihr zuständiges Prüfungsamt oder Ihre*n Studiengangssprecher*in.

Angebote im Sommersemester 2019

Zentrales Angebot Schlüsselqualifikationen (ZSQ)

Als Ergänzung zu den regulären Lehrveranstaltungen bieten wir allen Studierenden der Hochschule Hannover verschiedene Schlüsselqualifikationsveranstaltungen an, die sie sowohl im Studium als auch in ihrer persönlichen Entwicklung unterstützen sollen.

Unsere Veranstaltungen sind unter dem folgenden Link zu finden: ZSQ-Angebot.

FAQ

Weitere Informationen zum ZSQ

Kompetenzen und (Schlüssel-)Qualifikationen

Seit dem Wintersemester 2010/11 unterstützt die Hochschule Hannover ihre Studierenden bei ihrer persönlichen Kompetenzentwicklung durch das Zentrale Angebot Schlüsselqualifikationen (ZSQ).
 

Qualifikationen vermitteln ‚Wissen’. Dieses Wissen ist zumeist ein Explizites – wir wissen, dass wir dieses Wissen haben. So wie man etwa weiß, dass man mit einem Textverarbeitungsprogramm so gut umgehen kann, dass man auch ein Buch fertig layouten könnte. Solche Vorräte an explizitem Wissen sind in modernen Gesellschaften wie der unsrigen zumeist hoch standardisiert. Wissen wird in verschiedenen Gliederungen des Bildungswesens vermittelt, etwa durch Prüfungen kodifiziert und in Form von Bildungstiteln bescheinigt. So wird es intersubjektiv ‚gültig’ und auf Märkten – wie etwa dem Arbeitsmarkt – (ver)handelbar.

Der Begriff der Schlüsselqualifkationen nimmt dahingegen eine Brückenfunktion zwischen (klassischen) Qualifikationen und Kompetenzen ein. So werden beide Begriffe in der bildungspolitischen Debatte weithin synonym gebraucht. Auch mit der Schlüsselqualifizierung versucht man konkrete und nachhaltige Handlungsbefähigungen, also die seit zehn Jahren die bildungspolitische Debatte prägenden Kompetenzen, weiterzuentwickeln.
Die Hochschule Hannover hat sich daher entschieden, die Unterstützung der Kompetenzentwicklung im Rahmen des Hochschulstudiums unter dem etablierten Begriff (Zentrales Angebot) Schlüsselqualifikationen zu subsumieren. Aus bildungswissenschaftlicher Perspektive nicht tragbare Wortungetüme wie etwa der neuerdings häufig aufzufindende Neologismus der 'Schlüsselkompetenzen' werden so vermieden. Schließlich ist jede Kompetenz handlungsrelevant und besitzt somit eine Schlüsselfunktion; welche Komptenzen sollten also die Nicht-Schlüsselkompetenzen sein?

Bei der Kompetenzentwicklung handelt es sich um einen lebensweltlich tief greifenden Prozess, der alle dem Handeln zu Grunde liegenden Persönlichkeitseigenschaften – die Werte, Mentalitäten, Haltungen von Individuen – betrifft. Hochschulen können daher zur Kompetenzentwicklung lediglich beitragen; gesteuert wird dieser Prozess von den Studierenden.

Leitbild des ZSQ

In vielen beruflichen, aber auch in zahlreichen privaten Handlungsfeldern muss man heute nicht nur über bestimmte Wissensbestände verfügen, sondern auch in der Lage sein, dieses Wissen flexibel, d.h. in sich ständig wandelnden Kontexten anzuwenden. Das Zentrale Angebot Schlüsselqualifikationen (ZSQ) der Hochschule Hannover setzt daher nicht bloß auf die Vermittlung von additivem Wissen in verschiedenen außer- und überfachlichen (Schlüssel-) Qualifikationsbereichen, sondern geht von einem breiten Qualifikationsbegriff aus. Gegenüber dem Erwerb von möglicherweise ‚leerem’ Wissen sollen die Studierenden vielmehr soziale, personale und sachlich-methodische Kompetenzen entwickeln, auf welche sie dauerhaft und verlässlich in den verschiedensten beruflichen und gesellschaftlichen Feldern zurückgreifen können. Konkret heißt das, dass z.B. ‚Soziale Kompetenz’ nicht in einer klassischen Veranstaltungsform ‚gelehrt’ wird, sondern durch die Betonung der Interaktion zwischen Lehrenden und Studierenden, besonders aber der Interaktion zwischen den Studierenden praxisnah ausgebaut wird. Auf diese Weise eignen sich die Studierenden konkrete Handlungsbefähigungen an, über welche sie souverän und routiniert verfügen können und welche ihr Fachwissen nicht nur entscheidend ergänzen, sondern eine kontextgerechte Anwendung des fachlichen Spezialwissens überhaupt erst ermöglichen. Zur Verwirklichung dieser Zielstellung wird den verschiedensten interaktiven Lehr- und Lernformen an der HsH ein besonderer Stellenwert zuerkannt. Neben der zentral organisierten Förderung der Kompetenzentwicklung beim Zentralen Angebot Schlüsselqualifikationen gilt dies schließlich auch für den kernfachlichen Bereich: Durch Projekt- und Gruppenarbeit oder etwa begleitende Tutoring- und Mentoring-Programme wird auch im Rahmen solcher kernfachlicher Veranstaltungen die Praxisorientierung der Hochschulausbildung gestärkt und jeder einzelne Studierende erhält die Gelegenheit, seine spezifischen sozialen, personalen und sachlich-methodischen Kompetenzen weiterzuentwickeln. Das Zentrale Angebot Schlüsselqualifikationen unterstützt und berät die Fakultäten bei der Integration von Schlüsselqualifizierung und Kompetenzentwicklung in die kernfachlichen Module der Curricula.

Die Kompetenzentwicklung der Studierenden ist an der HsH eng verbunden mit der Verbesserung der Studierqualität. Damit ist zum einen die ständige Überprüfung und Verbesserung der allgemeinen Studierbarkeit der einzelnen Studiengänge gemeint. Gleichzeitig wird damit aber auch die Identifikation und systematische Eindämmung von – womöglich sozial, ethnisch und geschlechtlich spezifischen – Studienhürden anvisiert. Dabei handelt es sich um besondere Herausforderungen im Zuge der Ausdifferenzierung und des Umbaus der Studiengänge (Bologna-Prozess), denen an der HsH nicht nur bei der Entwicklung der Studiengänge, sondern auch mit einem spezifisch entwickelten Beratungs- und Betreuungsangebot begegnet wird. Kompetenzentwicklung ist ein individueller Prozess, der an den Anlagen und Voraussetzungen des Individuums ansetzt – und damit auch die Chance einschließt, im Zuge einer beruflichen Ausbildung Vorlieben, Neigungen und persönlichen Wertvorstellungen Ausdruck verleihen zu können. Solche beratenden und begleitenden Maßnahmen (Studienberatung, Sozialberatung, Mentoring), welche vor allem die personalen Kompetenzen im Sinne einer lebenslangen Befähigung zum (Selbst-)Lernen sehr spezifisch weiterentwickeln, werden an der HsH daher als ein integrativer Teil des Studiums angesehen. Darüber hinaus werden die Studierenden mittels spezieller ethischer Inhalte dazu befähigt, die Kulturen des eigenen Faches und der eigenen sozialen Position zu reflektieren und auf dieser Basis sozial und interkulturell verantwortlich zu handeln.

Lern- und Entwicklungsziele des ZSQ-Angebots

Die Gliederung der Lern- und kompetenzorientierten Entwicklungsziele bei dem Zentralen Angebot Schlüsselqualifikationen der HsH folgt der Überzeugung, dass sich Menschen handelnd drei Bereichen zuwenden können: 1) anderen Menschen, 2) sich selbst sowie 3) ‚den Dingen’. Daraus ergibt sich die Gliederung des ZSQ-Angebots in 1) soziale Kompetenzen, 2) personale Kompetenzen und 3) Sach- und Methodenkompetenzen.
In allen drei genannten Entwicklungsbereichen wird daher beansprucht, sowohl unmittelbar praxisrelevante, deklarative Wissensbestände auszubauen (z.B. Fremdsprachen, Fachwissen anderer Disziplinen), als auch tief in die Person eingeschriebene, implizite Wissensbestände zu vertiefen, d.h. Handlungsdispositionen und -routinen, Mentalitäten und Werthaltungen – sprich: Kompetenzen – weiterzuentwickeln. Nur so lässt sich die angesprochene Flexibilität, Praxistauglichkeit und vor allem auch die Nachhaltigkeit der Lernprozesse sicherstellen.

Schlüsselqualifikationen und persönliche Kompetenzentwicklung

Als Fachhochschule legt die Hochschule Hannover ein besonderes Gewicht auf den Anwendungsbezug ihrer Ausbildung. 

Schlüsselqualifikationen – die Veranstaltungen im außer- und überfachlichen Bereich – werden an der Hochschule Hannover daher nicht als Vermittlung weiterer expliziter Wissensbestände verstanden. Dieses Wissen birgt stets die Gefahr, beim Handeln nicht zur Anwendung zu kommen und sich so als 'leeres' Wissen zu erweisen. Vielmehr gilt es, konkrete Handlungsbefähigungen zu entwickeln – also Kompetenzen. Beim Handeln – wenn wir etwa eine berufliche Aufgabe zu lösen versuchen – kommen schließlich auch unsere impliziten Wissensbestände, unsere Motivationen und Vorlieben, Haltungen und Mentalitäten zur Geltung. 

Seit 2010 wird an der Hochschule Hannover das Zentrale Angebot Schlüsselqualifikationen (ZSQ) auf- und ausgebaut – mit dem Ziel, den skizzierten Anspruch umzusetzen: nämlich auch im Rahmen der Hochschulbildung zur Entwicklung der persönlichen Kompetenzen der Studierenden beizutragen.  

Überdies unterstützt das Zentrum für Lehre und Beratung (ZLB) die Fakultäten bei der (noch) stärkeren Integration von kompetenzförderlichen Lehr- und Lernformen in die Kernfächer.