Bibliothek – Chance auf mehr Geld für die Beschäftigten

Am Ende hat sich der lange Atem gelohnt: Seit Anfang dieses Jahres sind Bibliotheksbeschäftigte der Länder nach dem allgemeinen Teil der Entgeltordnung eingruppiert!

Bibliothek – Chance auf mehr Geld für die Beschäftigten

 

Am Ende hat sich der lange Atem gelohnt: Seit Anfang dieses Jahres sind Bibliotheksbeschäftigte der Länder nach dem allgemeinen Teil der Entgeltordnung eingruppiert!

 

Die Kriterien von „Speziellen Tätigkeitsmerkmalen“ gelten jetzt nicht mehr, auch die „kleine“ und „große“ Entgeltgruppe 9 (EG 9) wurden abgeschafft. Mehr als ein Vierteljahrhundert hatten sich Gewerkschaften und Bibliotheks-Berufsverbände dafür eingesetzt. Mit dem Tarifabschluss vom 2. März 2019 wurde diese uralte Forderung endlich erfüllt.

 

Den Bibliotheksbeschäftigten der Länder bringt das viele neue Ein- und Höhergruppierungsmöglichkeiten zwischen EG 3 und EG 12!

 

So führt etwa eine Tätigkeit mit einem Drittel selbstständiger Leistungen bisher in die EG 6 - seit dem 1.1.2020 aber in die EG 8, was schon beim Berufseinstieg einen Unterschied von mehr als 200 € brutto bedeutet.

 

Allerdings gibt es keine automatische Überprüfung oder Neubewertung durch die Arbeitgeber, da im Einzelfall auch der Verbleib in der alten Entgeltgruppe günstiger sein kann. Deshalb sollen die Betroffenen selbst entscheiden können. Betroffene sollten in der ersten Jahreshälfte einen schriftlichen, formlosen Antrag bei der Personalabteilung stellen, dieser wirkt dann auf den 1.1.2020 zurück.

 

Die Höhergruppierungen erfolgen allerdings nicht „stufengleich“ (höhengleiche Höhergruppierungen wie im TVöD haben wir bei unserem Streik nicht hinbekommen), sondern nach dem „alten“ und deutlich schlechterem Verfahren des § 17 Absatz 4 TV-L.

 

Sowohl wegen der Chancen als auch der durchaus vorhandenen Fallstricke eines Antrags, sollten sich alle Betroffenen von der Personalabteilung, ihrem Personalrat oder anderen sachkundigen Personen informieren bzw. beraten lassen.