LaneCharge: Das induktive Laden von Elektrofahrzeugen wird zukünftig an der Hochschule Hannover weiterentwickelt

Die Beschaffung von Elektrofahrzeugen führt heute noch zu Mehrkosten, die Wirtschaftsunternehmen sowie Privatpersonen vor Herausforderungen bei der Finanzierung stellen. Dabei entscheidet die mitgeführte Akkukapazität zum Großteil über die anfallenden Mehrkosten.

Vor diesem Hintergrund soll die Elektrifizierung der Taxiwirtschaft mithilfe eines induktiven Ladesystems und kleineren Akkukapazitäten mittelfristig ermöglicht werden. Dieses wird im Rahmen des Forschungsprojekts LaneCharge an der Hochschule Hannover (HsH) entwickelt und erprobt. Im Rahmen der Förderrichtlinie Elektromobilität des BMVI wird das Projekt mit insgesamt 3,7 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt. Der HsH stehen anteilig 1,1 Millionen Euro für ihr Teilprojekt zur Verfügung.

Ein induktives Ladesystem erlaubt im Vergleich zu den konventionellen Lademöglichkeiten von Elektrofahrzeugen ein kontaktfreies Laden. Damit bietet dieses kabellose Verfahren eine barrierefreie Energieübertragung, welches sich völlig unscheinbar in die Umgebung integrieren lässt. Diese Eigenschaften eröffnen unerschlossene Anwendungsgebiete, da aus städtebaulicher Sicht ein Eintrag in das Stadtbild zunächst meist unerwünscht ist. So wird das System für Stellplätze mit den entsprechenden Voraussetzungen interessant, wo sich ein kabelgeführtes Laden aus ästhetischen, betrieblichen oder technischen Gründen als ungeeignet erweist. Alle drei genannten Kriterien benennen die vorherrschende Problematik im öffentlichen Raum, worunter auch das Beförderungsmittel Taxi fällt. Unter Berücksichtigung dieses Umstands wird an der HsH unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Heiko Hepp ein aus Bundesmitteln finanziertes Forschungsprojekt zur Entwicklung eines induktiven Ladesystems am Anwendungsbeispiel eines Taxistands realisiert. An diesem Projekt wirken Verbundpartner aus Wirtschaft und Industrie mit: EDAG Engineering GmbH, Technische Universität Braunschweig (TUBS) und SUMIDA Components & Modules GmbH. Darüber hinaus beteiligen sich die assoziierten Partner enercity, Götting KG, Hallo Taxi 3811 GmbH und die Landeshauptstadt Hannover.

Ziel des auf vier Jahre angelegten Projekts ist die Machbarkeitsdemonstration eines vollfunktionsfähigen induktiven Ladesystems, welches in der letzten Projektphase am Taxistand in der Rundestraße auf der Nordseite des Hauptbahnhofs Hannover erprobt wird. Vorab werden dazu seitens der HsH die Leistungsregelung sowie das Kommunikationssystem entwickelt. Die weiteren Verbundpartner werden die Arbeitspakete zu der Leistungselektronik sowie Fahrzeugintegration (EDAG), Straßenintegration (TUBS) und den Übertragerspulen (SUMIDA) übernehmen. Nach der Prototypenentwicklung wird an der HsH ein Testfeld aufgebaut, um zu gewährleisten, dass das System unter realen Umständen funktioniert. In dem Testfeld wird neben der Optimierung des Systems auch die Erforschung von semi-stationären bis dynamischen Ladevorgängen erfolgen. Nach erfolgreicher Inbetriebnahme werden die gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse vom Test- auf das Anwendungsfeld am Hauptbahnhof Hannover übertragen. Dort wird ein Großteil der Fläche elektrisch nutzbar gemacht, in dem insgesamt zwölf primärseitige Ladespulen auf über 60 Metern Länge am Taxi-Stand in den Straßenaufbau integriert werden.

Der Schwerpunkt des Projekts wird bei der HsH auf der Entwicklung eines prädiktiven Positionierungsassistenten für das Elektrofahrzeug liegen, welches eine optimale Ausrichtung des Fahrzeugs zur Ladespule sicherstellt. Dies gewährleistet stets die Initialisierung des Ladevorgangs und ermöglicht darüber hinaus die Energieübertragung im effizientesten Arbeitsbereich.

 

Ein Teil des Projektkonsortiums gibt den Auftakt zum Forschungsprojekt "LaneCharge"