Continental und die Hochschule Hannover arbeiten gemeinsam an effizienten Intralogistikprozessen

Das Technologieunternehmen Continental kooperiert mit dem SCM-Lab (Supply Chain Management) der Hochschule Hannover zur stetigen Optimierung von Auftragsabwicklungen im europäischen Distributionszentrum des Unternehmens am Standort Langenhagen.

Bis zu 160.000 Antriebsriemen verlassen täglich das Lager auf ihrem Weg an die Händler des europäischen Kfz-Ersatzgeschäfts. „Unser Ziel ist es, einen optimalen Materialfluss in unserer Intralogistik zu realisieren“, erklärt Ralf Zempel, Projektmanager im Bereich Logistik für Antriebskomponenten bei Continental. „Die wissenschaftliche Sicht ergänzt unser operatives Tagesgeschäft optimal. Die Studierenden profitieren von einer praxisnahen Forschung und wir partizipieren von ihren Ergebnissen, um unsere Betriebsabläufe noch effizienter zu gestalten und die Lieferzeiten zu verkürzen.“

Continental hat das hochmoderne Distributionszentrum im September nach rund eineinhalb Jahren Bauzeit vollständig in Betrieb genommen. Der Gebäudekomplex verfügt über 34.000 Quadratmeter Grundfläche, rund 26.000 Stellplätze für Paletten sowie ein vollautomatisches Kleinteilelager. Mehr als zehn Millionen Euro hat das Unternehmen in das Projekt investiert. Seit Anfang des Jahres werden für die Automobilindustrie bereits Oberflächenmaterialien für den Fahrzeuginnenraum aus Langenhagen versendet. Die Produkte für den automobilen Ersatzteilemarkt wie Antriebsriemen und Kits (Pakete aus Zahnriemen und weiteren Komponenten) sind im Sommer hinzugekommen.

Darstellung komplexer und hochdynamischer Prozesse
In dem Distributionszentrum setzt Continental auf neueste digitale Technologien. „Wir verfügen über ein vollautomatisches Kleinteilelager, haben ein neues Lagerverwaltungssystem installiert und nutzen Hand- und Fingerscanner, die kabellos im Handschuh integriert sind“, berichtet Zempel. „Um heute im Markt wettbewerbsfähig zu bleiben, ist es wichtig, effiziente Prozesse zu haben – und diese entlasten auch die Mitarbeiter.“

Die Studierenden der Hochschule Hannover haben die Inbetriebnahme des neuen Distributionszentrums bereits seit dem Frühjahr begleitet. Im Zentrum standen für sie Fragen wie: Wie wird die Auftragsabwicklung am effektivsten gestaltet? Wo entstehen kritische Bereiche? Was passiert, wenn Abläufe verändert werden? „Im Logistikzentrum laufen sehr komplexe und hochdynamische Prozesse ab“, erläutert Prof. Dr. Christoph von Viebahn von der Abteilung Wirtschaftsinformatik der Fakultät IV – Wirtschaft und Informatik der Hochschule Hannover und fügt hinzu: „Wir können die verschiedenen Belastungssituationen virtuell in Simulationen durchspielen. Solche digitalen Tests vor einer realen Umsetzung durchzuführen, verschafft Sicherheit, damit der tägliche Betrieb reibungslos, sicher und schnell abgewickelt werden kann.“

Potenzial zur Effizienzsteigerung
Auch im Betrieb begleitet die Hochschule die Abläufe im Distributionszentrum und steht im engen Austausch mit Continental, um konkrete Maßnahmen aus den Ergebnissen der Forschungen abzuleiten. „Wir haben bereits gemeinsam ein Konzept für die Konsolidierung, also das Zusammenstellen der Teile aus verschiedenen Lagerbereichen, entwickelt“, berichtet Zempel. „Künftig bearbeiten wir die einzelnen Teile einer Sendung parallel. Dadurch wird der Platz kürzer belegt, der Materialfluss steigt, und wir erhöhen die Gesamtleistung.“ Einen besonderen Fokus innerhalb der logistischen Prozesse legt der Projektmanager zudem auf die Bereiche Kommissionierung, Hochregallager und Routenzüge.

Später wollen sich die Kooperationspartner komplexeren Fragen widmen, wie zum Beispiel der Hinzunahme weiterer Produkte und Kunden sowie der kontinuierlichen Prozessverbesserung – Wissenschaft und Praxis Hand in Hand.

Continental optimiert in seinem Distributionszentrum in Langenhagen den Materialfluss der Intralogistik.
Die Hochschule Hannover simuliert im Distributionszentrum von Continental virtuelle Belastungssituationen.