3. Digitalgipfel Gesundheit an der HsH

Unter dem Leitthema “Künstliche Intelligenz und Empathie in der Medizin“ fand am 27. November 2019 der 3. Digitalgipfel Gesundheit im Design Center der Hochschule Hannover statt.

42.000 interessierte Ärzte und Ärztinnen verfolgten die von der Hochschule Hannover und der Ärztekammer Niedersachsen veranstaltete Konferenz über einen Live-Stream.

In ihrer Eröffnung der Veranstaltung zeigte sich Marion Charlotte Renneberg, Vizepräsidentin der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN), freudig über den Fortschritt in Richtung Digitalisierung in der Medizin und sprach sich für die Unterstützung der Ärzteschaft durch Künstliche Intelligenz aus – gleichzeitig warnte sie davor, der Technik ärztliche Entscheidungen zu überlassen.

Für HsH-Präsident Prof.  Dr.  Josef von Helden ist gerade die HsH als anwendungsorientierte Hochschule ein idealer Partner für die Ärztekammer: „Wir haben die ungeheuren Chancen der Digitalisierung im Gesundheitswesen erkannt und sind jetzt dabei, mit unseren Partnern konkrete Anwendungen auszuloten.“  Die Verbindung verschiedener Disziplinen gewinne auf diesem Gebiet an Bedeutung und werde an der HsH mit fakultätsübergreifenden Projekten aufgegriffen, so beispielsweise  in der Zusammenarbeit zwischen der Fakultät V – Diakonie, Gesundheit und Soziales -  und Fakultät IV – Wirtschaft und Informatik. 

In einer Podiumsdiskussion boten fünf Diskutanten spannende Einblicke aus ihren Fachbereichen und beantworteten Fragen rund um das Thema Künstliche Intelligenz und Empathie in der Medizin. So wurde beispielsweise darüber diskutiert, welche Fehler die Künstliche Intelligenz macht und welche sie verhindern kann. Mit vielen Technologien gehen Chancen und Risiken einher, die die Gesellschaft noch nicht richtig einschätzen kann. Ebenso werfen verschiedene neue technische Lösungen moralisch/ethische Fragestelllungen auf, die es in der Gesellschaft noch zu klären gilt. Die Frage ob  Angst vor dem Wegfall von Arbeitsplätzen durch  Robotik berechtigt sei, wurde mit nein beantwortet. Im Gegenteil, „Automatisierung führt zu neuen Arbeitsplätzen“, so Dr. Jasmin Grischke (MHH, Robokind-Stiftung).

Auch Stefan Muhle (Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung) betonte bereits in seinem Grußwort, dass 2035 der Gesundheitssektor die wichtigste Branche sein werde, die gleichzeitig mit der größten Knappheit an Personal rechnen müsse. Daher gilt es schon heute, an Lösungen für die Zukunft zu arbeiten.

„Die Hochschule Hannover“, so Vizepräsident für Forschung, IT- und Informationsmanagement Prof. Dr. Oliver J. Bott, „bietet jungen Menschen die Möglichkeit, sich praxisnah für Berufe mit Zukunft zu qualifizieren. Wir haben auf den absehbaren Fachkräftemangel im Bereich der Digitalisierung medizinischer Versorgung und Forschung schon frühzeitig reagiert und bieten auf die Praxis zugeschnittene Studiengänge, wie beispielsweise das medizinische Informationsmanagement. Gleichzeitig haben wir uns gerade im Themenbereich Digitalisierung in der Pflege sehr gut aufgestellt.“  

Auf die große Skepsis der Ärzteschaft angesichts der Sicherheit von IT-Lösungen und der elektronischen Patientenakte ging HsH Prof. Dr. Schmieder ein: „Nach wie vor herrscht insbesondere bei vielen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten große Verunsicherung bei der Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung. Damit sich dies nicht langfristig als Hemmnis der Digitalisierung erweist, sind klare Branchenstandards für den IT-Einsatz in der Praxis nötig.“

Zum 3. Niedersächsischen Digitalgipfel Gesundheit am 27. November 2019 im Design Center an der Expo Plaza 2 in Hannover hatten sich knapp 200 Teilnehmer angemeldet. Unter den Teilnehmern waren zahlreiche Ärzte, Wissenschaftler, Mandatsträger aus der niedersächsischen Landespolitik und weitere Entscheider aus dem Gesundheitswesen.