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Rafael Heygster erhält den VGH Fotopreis 2018

am 15.11.2018 um 18:00 Uhr

© Rafael Heygster
Rafael Heygster, der im 7. Semester Fotojournalismus und Dokumentarfotografie studiert, hat mit seiner Reportage „I Died 22 Times“ den mit 10.000 Euro dotierten VGH Fotopreis 2018 gewonnen. Seine Arbeit handelt von Airsoft, einer Freizeitaktivität, die dem Spielprinzip von Paintball oder Lasertag ähnelt. Was Teilnehmer als Geländesportart bezeichnen, stößt wegen des stark militaristischen Charakters mit kriegsähnlichen Szenarien bei Außenstehenden oft auf Ablehnung und Unverständnis. Die Preisverleihung findet am 15. November um 18:00 Uhr in der VGH galerie statt.

Detaillierte Informationen

 

Polarisierend: Freizeitspaß oder fragwürdiges Hobby?

 

Die Fotoreportage von Rafael Heygster weckt beim Betrachter durchaus zwiespältige Gefühle. Denn einerseits geht es um scheinbar harmlose Wettkämpfe, um das Ideal, clever, stark, durchsetzungs- und teamfähig zu sein. Doch „darf“ man Gefallen daran finden, mit funktionsfähigen Waffenrepliken, Tarnanzügen und kompletter Ausrüstung militärische Operationen nachzustellen und sich mit Plastikprojektilen abzuschießen, während uns täglich Bilder und Nachrichten aus realen Kriegsgebieten erreichen? Blenden Airsoft-Fans zugunsten des Spaßfaktors und eines maskulin geprägten Rollenbildes aus, was ein echter Krieg bedeutet? Fragen, die die Betrachter von „I Died 22 Times“ letztlich nur für sich entscheiden können.

 

„Mit meiner Arbeit hinterfrage ich, wie das Nachahmen vom Krieg in einem Land, das seit 1945 offiziell im Frieden lebt, auf sehr ambivalente Weise zu einer Freizeitbeschäftigung werden konnte. In den Bildern ist die Grenze zwischen harmlosen Spiel und bedrohlichem Szenario nicht klar auszumachen, sondern bleibt bewusst diffus“, erklärt Rafael Heygster seine Herangehensweise an das sensible Thema.

 

Hervorragend fotografiert, zwiespältig in der Wirkung

 

„Jedes Bild seiner Reportage ist hervorragend fotografiert – von den szenischen Reportagebildern bis hin zu den Porträts der Krieg spielenden Protagonisten. Beim Betrachter stellt sich ein Gefühl zwischen Schauder und Groteske ein“, so die Meinung der Jurymitglieder, die auch in diesem Jahr von der Qualität der eingereichten Arbeiten beeindruckt waren. Mitglieder der hochkarätigen Jury waren Lars Lindemann (Bildchef / Geo), Lara Huck (Bildredaktion / DIE ZEIT), Andreas Trampe (Leiter Bildredaktion / stern), Barbara Stauss (Photo Director / mare), Tinka Dietz (Bildredaktion / Der Spiegel), Christian-Matthias Pohlert (Leiter Bildredaktion / F.A.Z.) und Rolf Nobel (ehemaliger Fotografieprofessor / Hochschule Hannover).

 

Rafael Heygster wurde 1990 in Bremen geboren und studierte seit 2010 Kulturanthropologie an der Uni Hamburg. Seit 2015 studiert er Fotojournalismus an der Hochschule Hannover. Im Jahr 2017 absolvierte er ein Praktikum als Fotograf beim Weser-Kurier und arbeitet als Assistent mit dem Fotografen-Duo Lêmrich.

 

VGH Fotopreis fördert unabhängigen Fotojournalismus

 

Der VGH Fotopreis wird seit dem Jahr 2001 vergeben. Mit einem Preisgeld von 10.000 Euro zählt er bundesweit zu den höchstdotierten Auszeichnungen im Bereich Fotografie. Zuerst als landesweiter Wettbewerb für Laien- und Profifotografen konzipiert, schreibt die VGH den Preis seit 2008 ausschließlich unter den Studierenden des Studiengangs Fotojournalismus und Dokumentarfotografie der HsH aus. Mit dieser exklusiven Förderung unterstützt die VGH eine Talentschmiede, die zu den führenden Ausbildungsstätten für Fotografen in Europa zählt.


Hinweise zur Teilnahme

Der Eintritt ist frei



Während eines Spiels steigen Spieler aus einem ausrangierten Opel Corsa. ©R. Heygster
Rauchgranaten in einem Feld sollen einen darin versteckten Scharfschützen ausräuchern. ©R. Heygster
Müllsäcke sollen Leichen imitieren und sind Teil einer Mission, die es auf einem mehrtätigen Event zu erledigen gibt. ©R. Heygster

Veranstaltungsadresse

VGH galerie
Schiffgraben 4
30159 Hannover


Öffentlichkeitsarbeit und Marketing 26.10.2018  
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