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Hannover, 01.06.2009
Nummer 22 / 2009

Hochschule betreibt Begleitforschung für erstes Sozialkaufhaus in Hannover

Laut einer wissenschaftlichen Studie der Fachhochschule Hannover (FHH) und Studierenden des Studiengangs Religionspädagogik und Diakonie kennen mittlerweile 55 Prozent der Hannoveraner den Begriff "fairkauf"

Im Rahmen einer interdisziplinären Zusammenarbeit begann im Wintersemester 2007/08 an der Fachhochschule Hannover (FHH) die wissenschaftliche Begleitforschung für das im Januar 2008 eröffnete Sozialkaufhaus in Hannover. Das erste hannoversche Sozialkaufhaus mit dem Namen „fairKauf“ reiht sich ein in eine bundesweite Gründungswelle von Gebrauchtwarenhäusern, deren Ziel es ist, gebrauchte Konsumgüter auf einem „zweiten Verkaufsmarkt“ an Menschen mit geringem Einkommen zu niedrigen Preisen zu verkaufen. Während viele Warenhäuser dieses Typs ihre Artikel vor allem an Menschen abgeben, die einen Nachweis über ihre Bedürftigkeit vorlegen müssen, verfolgt „fairKauf“ in Hannover ein anderes Ziel. Durch die Erschließung und Herstellung eines „Markts“ sollen Angebot und Nachfrage entstehen sowie gebrauchsfähige Konsumgüter wieder in einen ökonomischen Kreislauf eingefädelt werden. Angeboten werden Möbel, Textilien und technische Geräte, wobei über einen Ausbau des Sortiments nachgedacht wird. Während die Anbieter hochwertiger gebrauchter Produkte, die sich an das Sozialkaufhaus wenden können, das Gefühl erhalten, „Gutes“ zu tun, ermöglicht das Sozialkaufhaus für die ca. 75.000 Menschen, die in Hannover durch ihr geringes Einkommen als „arm“ gelten, die Teilhabe am Konsum in unserer Gesellschaft. In seiner Rechtsform firmiert das Sozialkaufhaus als Genossenschaft, an der sich jeder durch den Kauf von Anteilen beteiligen kann. Mitfinanziert wird das Sozialkaufhaus durch die Wohlfahrtsverbände Caritas und Diakonie. So entwickelt sich auf der Grundlage eines sozialen Marktgedankens eine neue Form des bürgergesellschaftlichen Engagements.

In ihrer Funktionsweise repräsentieren Sozialkaufhäuser somit einen sozialen Unternehmenstyp, für den sich eine neu zu konzipierende und zu entwickelnde wissenschaftliche Marktforschung lohnt, da sie an der Grenze zwischen Diakoniewissenschaft und Soziologie auf der einen sowie Organisationsentwicklung und Betriebswirtschaft auf der anderen Seite angesiedelt sind. Für diese Aufgabe haben Professor Dr. Georg Disterer aus der Fakultät IV – Wirtschaft und Informatik der FHH und Professor Dr. Ralf Hoburg aus der Fakultät V – Diakonie, Gesundheit und Soziales der Hochschule mit der Entwicklung von Messinstrumentarien begonnen, um im Rahmen von Käufer- und Straßenbefragungen im Sozialkaufhaus und in der Innenstadt Daten zur Akzeptanz und Werteinstellung zu ermitteln. Die Befragungen an Passanten und Kunden des Sozialkaufhauses werden durch Studierende des Studiengangs Religionspädagogik durchgeführt, die sich im Rahmen des Studien-Moduls „Diakoniewissenschaft“ mit der ökonomischen Entwicklung von Sozialunternehmen und den Transformationsbedingungen im Sozialstaat befassen.

Das Ziel der Begleitforschung ist es, durch die Befragungen Erfolgsparameter wie etwa auch den Bekanntheitsgrad des Sozialkaufhauses zu ermitteln und auf einer dritten Ebene durch die Befragung regionaler Wirtschaftsunternehmen Spendenbereitschaft und soziales unternehmerisches Engagement als Teil der Konzepte von Corporate Social Responsibility zu erheben. Die Begleitforschung wird durch Drittmittel der Hanns-Lilje-Stiftung gefördert und hat bereits nach anderthalb Jahren ein positives Ergebnis ergeben: Mittlerweile kennen 55% das Sozialkaufhaus in Hannover.

Für Rückfragen zu der Begleitforschung steht Prof. Hoburg selbstverständlich gerne zur Verfügung.


Prof. Dr. Ralf Hoburg
Blumhardtstr. 2
30625 Hannover
Gebäude: Gebäude 3D  Raum: 3D.1.01  Tel: +49 511 9296 3221

E-Mail: ralf.hoburgat-zeichenhs-hannover.de


Kontaktadresse Öffentlichkeitsarbeit und Marketing

Hochschule Hannover
Öffentlichkeitsarbeit und Marketing (OeM)
E-Mail:  presseat-zeichenhs-hannover.de
Internet: http://www.hs-hannover.de/oem


Öffentlichkeitsarbeit und Marketing 25.06.2009  
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