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Hannover, 10.04.2018
Nummer 22 / 2018

HRK-Befragung: Mehr Flüchtlinge qualifizieren sich im Studium

Die Integration von Flüchtlingen an deutschen Hochschulen entwickelt sich wie erwartet: Ihnen gelingt zunehmend der Schritt in den eigentlichen Studienbetrieb. Das hat eine Befragung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) ergeben.

Die Hochschule Hannover (HsH) ist mit ihren Unterstützungsangeboten für Flüchtlinge, die an einem Studium interessiert sind, auf dem richtigen Weg. Insbesondere die Studienvorbereitung für Geflüchtete unter Federführung des Zentrums für Lehre und Beratung (ZLB) sorgt für eine gelungene Integration: Das Projekt intoSTUDY ist eine Flüchtlings-Integrations-Initiative der Hochschule Hannover. Es beinhaltet Kurse aus dem MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik), die auf Englisch stattfinden, sowie Deutschkurse.Die Vielfalt der Angebote der vom Präsidium bestellten Flüchtlingsbeauftragten für studieninteressierte Menschen mit Flüchtlingshintergrund runden das Spektrum ab.

Die Zahl der Neu-Immatrikulationen hat sich im Vergleich zwischen dem laufenden und dem vorangegangenen Wintersemester auf fast 3.000 nahezu verdreifacht. Das hat eine Befragung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) bei ihren Mitgliedshochschulen ergeben. Dabei handelt es sich um Einschreibungen für ein Bachelor- oder Master-Studium oder für eine Promotion. Die Rückläufe der Hochschulen zeigen auch, dass die Zahl der Einzelberatungen weiter wächst. Damit setzt sich der Trend seit Beginn der Abfragen im Wintersemester 2015/2016 fort.

„Die Entwicklungen sind folgerichtig“, so HRK-Präsident Prof. Dr. Horst Hippler. „Immer mehr Flüchtlinge sind nun in der Lage, wirklich ein Studium aufzunehmen. Die gezielte, individuelle Beratung in den Hochschulen schafft die Voraussetzung, das richtige Studienangebot zu finden, die Zulassung zu bewältigen und die Rahmenbedingungen zu klären.“

Aber auch nach der Immatrikulation benötigten die Geflüchteten im Erststudium oder während der akademischen Nachqualifizierung eine besondere Betreuung. „Um den Studienerfolg zu sichern, müssen die Hochschulen eine spezielle fachliche Begleitung sicherstellen“, so Hippler. „Auch die Finanzierung der Lebenshaltungskosten stellt Flüchtlinge vor große Herausforderungen, bei denen sie Beratung brauchen.“ Ein Drittel der Hochschulen bietet auch zusätzliche Angebote für weibliche Geflüchtete an. Der Frauenanteil bei den Immatrikulierten entspricht mit 20 bis 25 Prozent ungefähr dem Anteil von Frauen an der Gesamtzahl von Geflüchteten, die nach Alter und Qualifizierung als studierfähig gelten.

„Das alles sind anspruchsvolle zusätzliche Aufgaben für die Hochschulen“, sagte HRK-Präsident Hippler. „Damit sie diese weiter so gut wie bislang bewältigen können, müssen die bestehenden Programme verstetigt und die verschiedenen Initiativen klug verknüpft werden.“

Deutlich weniger nachgefragt sind inzwischen Angebote wie Schnupperstudien oder Gasthörerschaft. "Die Teilnahme an solchen Angeboten, die nicht direkt der Vorbereitung auf ein Studium dienen, hat sich nahezu halbiert. „Dieser deutliche Rückgang weist darauf hin, dass immer mehr Geflüchtete den Wert der strukturierten Vorbereitung auf ein Vollstudium erkannt haben“, so Hippler.

Zur Einordnung: Bei der HRK-Umfrage handelt es sich um eine Befragung, keine statistische Erhebung, da der Flüchtlingsstatus an den Hochschulen nicht automatisch erhoben wird. Statistisch werden nur die Art der Hochschulzugangsqualifikation (aus- oder inländisch) und die Staatsangehörigkeit erfasst.

Quelle: HRK


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Dagmar Thomsen 13.04.2018  
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