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Hannover, 28.11.2018
Nummer 0 / 2018

2. Niedersächsischer Digitalgipfel Gesundheit an der Hochschule Hannover

Am 28. November 2018 fand an der 2. Niedersächsische Digitalgipfel Gesundheit im Design Center der Hochschule Hannover (HsH) auf der Expo Plaza statt. Auch in diesem Jahr wurde die Veranstaltung gemeinsam von der HsH und der Niedersächsischen Ärztekammer (ÄKN) durchgeführt.

Rund 200 Teilnehmer – darunter zahlreiche Ärzte, Wissenschaftler, Mandatsträger aus der niedersächsischen Landespolitik sowie viele weitere Entscheider aus dem Gesundheitswesen aus Bund und Ländern – nutzten die Veranstaltung, um über Digitalisierung im Gesundheitswesen zu diskutieren. Darüber hinaus zeigte das Land Niedersachsen Präsenz durch gleich zwei Mitglieder der Landesregierung: Dr. Carola Reimann, Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, und Björn Thümler, Minister für Wissenschaft und Kultur.

„Die Anwesenheit von Frau Dr. Reimann und Herrn Thümler freut und ehrt uns nicht nur, sondern zeigt auch, dass wir mit dieser Veranstaltung einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer zukunftsfähigen Digitalisierungsstrategie leisten. Deshalb freue ich mich besonders, dass auch der 2. Niedersächsische Digitalgipfel Gesundheit an der Hochschule Hannover und in Kooperation mit unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern durchgeführt wird. Mit unserem disziplinübergreifenden, technischen, juristischen und sozialwissenschaftlichen Know-how können wir Ärzte und Ärztinnen unterstützen und befähigen, diese Gratwanderung zu meistern“, betonte HsH-Präsident Prof. Dr. Josef von Helden im Rahmen der Pressekonferenz zum Digitalgipfel Gesundheit. Für den HsH-Präsidenten sind die Fragen nach Verlässlichkeit von Informationen und Sicherheit im Umgang mit sensiblen Daten ein bekanntes und zentrales Thema. Entsprechend hob er die Bedeutung der Zusammenarbeit von wissenschaftlicher Forschung und Expertise und praktischer Anwendung hervor: „Die Durchführung anwendungsnaher Kooperationsprojekte mit Partnern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ist unser Alltag. Es ist für uns selbstverständlich, gemeinsam mit Nutzerinnen und Nutzern nach Lösungen auf Fragen zu suchen, die sich etwa durch technische Neuerungen ergeben.“

„Patienten finden den Weg zum Arzt heute häufig über einschlägige Bewertungsportale. Der professionelle Umgang gerade mit kritischen Beiträgen und ein wachsamer Blick auf die eigene Reputation im Internet sind für den wirtschaftlichen Erfolg daher immer wichtiger. Im Rahmen des Digitalgipfels nehmen wir uns dieses Themas sowohl in juristischer als auch in kommunikations-wissenschaftlicher Dimension an“, ergänzte HsH-Professor Dr. Fabian Schmieder, der gemeinsam mit dem ÄKN-Vorstandsmitglied und Vorsitzenden des Arbeitskreises „Digitale Gesundheit“, Dr. med. Gisbert Voigt, die wissenschaftliche Leitung des Digitalgipfels innehatte.

 „Auch in Niedersachsen ist nun die ausschließliche Fernbehandlung unter bestimmten Rahmenbedingungen möglich“, berichtete Dr. med. Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN). Niedersachsen folgt damit dem Beschluss des 121. Deutschen Ärztetags, der in diesem Jahr in Erfurt die entsprechende Änderung der Muster-Berufsordnung entschieden hat. „Die Kammerversammlung hat mit großer Mehrheit der Formulierung des Ärztetags zugestimmt – die Regelung tritt zum 1. Dezember 2018 in Kraft“, erläuterte Wenker. Die umsichtig erarbeitete Formulierung ermöglicht die Gratwanderung zwischen dem Wunsch vieler Patienten nach mehr Autonomie und Entscheidungsmöglichkeiten und der Wahrung der erforderlichen ärztlichen Sorgfalt. „Der persönliche Arzt-Patienten-Kontakt soll aber auch mit dem neuen Passus weiterhin der Goldstandard der ärztlichen Behandlung bleiben“, betonte die Kammerpräsidentin. „Die ausschließliche Fernbehandlung sollte nur eine Ergänzung, aber niemals ein Ersatz für die persönliche ärztliche Behandlung vor Ort sein.“

„Die Möglichkeiten der Digitalisierung werden in den nächsten Jahren dazu führen, dass sich das Berufsbild des Arztes verändern wird. Das betrifft zum einen das Arbeiten in der zunehmend digitalisierten Welt, aber auch die Kommunikation und den Umgang mit den Patienten“, sagte Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler. „Zwischenmenschliche Interaktion wird eine noch größere Rolle spielen. App-basierte telemedizinische Modelle können die Patienten intensiver in die Behandlung ihrer Erkrankungen einbinden und den Behandlungsverlauf optimieren. Den Kontakt zwischen Arzt und Patient und die damit einhergehende Vertrauensbeziehung können sie jedoch in keiner Weise ersetzen.“

Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann betonte: „Digitalisierung hilft! Mit dem Masterplan Digitalisierung sorgt die Landesregierung für verlässliche Rahmenbedingungen in einem laufenden digitalen Transformationsprozess. Das gilt insbesondere auch für den Gesundheitsbereich. Unser Ziel ist es, eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung in einem Flächenland wie unserem zu sichern. Dazu gehören neue digitale Möglichkeiten und innovative Ideen. Telemedizinische Angebote sind eine sinnvolle und wichtige Ergänzung, denn sie entlasten und unterstützen Ärztinnen und Ärzte, ohne sie zu ersetzen. Der sogenannte Telerucksack und das Gifhorner Telemedizinprojekt zielen zum Beispiel auf die Delegation von Aufgaben von Ärztinnen und Ärzten auf geschultes Fachpersonal ab. Neue Versorgungsmodelle für ländliche Räume made in Niedersachsen.“

Weitere Informationen zum 2. Niedersächsischen Digitalgipfel Gesundheit finden Sie hier.


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E-Mail:  presseat-zeichenhs-hannover.de
Internet: http://www.hs-hannover.de/oem


ph4-a1a-u1 29.11.2018  
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