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Hannover, 09.01.2019
Nummer 1 / 2019

VoReVe - Ökonomisch bewertetes und simulationsgestütztes Vorgehensmodell für die Reduzierung von Verlusten bei Rüst- und Reinigungsprozessen von Herstell- und Verpackungsanlagen für Lebensmittel

VoReVe - Ökonomisch bewertetes und simulationsgestütztes Vorgehensmodell für die Reduzierung von Verlusten bei Rüst- und Reinigungsprozessen von Herstell- und Verpackungsanlagen für Lebensmittel Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft fördert das neue Forschungsprojekt der Hochschule Hannover zur Verlustvermeidung bei der Lebensmittelherstellung

Die Vermeidung von Verlusten und Abfällen entlang der gesamten Lebensmittelkette von der Produktion über den Lebensmitteleinzelhandel zu den Verbrauchern ist ein drängendes gesellschaftspolitisches Thema von globaler Bedeutung. Allein in Deutschland landen jedes Jahr rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. 60 Prozent dieser Lebensmittelverluste entstehen in der Industrie und im Handel. Einen grundsätzlichen und sogar steigenden Anteil daran haben die Rüst- und Reinigungsprozesse in den Anlagen zur Herstellung und Verpackung von Lebensmitteln. Hier will das Projekt der Hochschule Hannover und ihrer Partner mit innovativen Methoden und Strategien eine nachhaltige Minimierung der Verlustursachen erreichen.

 
 Ausgangssituation

 

Veränderte Verbrauchergewohnheiten und Marktanforderungen führen bei der Verarbeitung von Lebensmitteln zu einer immer höheren Produkt- und Formatvielfalt und gleichzeitig zu immer kleineren Produktmengen bzw. Packungsgrößen. Die Firma Iglo spezifiziert z. B. unternehmensweit nahezu 440 unterschiedliche Produkte. Diese Entwicklung führt jedoch weg von der Massenproduktion mit effizienten, weil standardisierten Lösungen, da die steigende Zahl unterschiedlicher Produkte eine immer häufigere Umrüstung und Reinigung von Anlagenteilen erfordert. Diese sogenannten Rüst-und Reinigungsvorgänge sind jedoch immer mit dem Verlust wertvoller Rohstoffe, Halbfabrikate und Fertigwaren verbunden. Und auch der erhöhte Aufwand an Zeit, Personal und Energie belastet den Wirkungsgrad der Anlagen und damit das Betriebsergebnis des Unternehmens.

 

Wettbewerbsbedingt machen die ständigen Veränderungen von Produktionsprozessen deshalb immer wieder Rüstzeitanalysen erforderlich, um die Rüstvorgänge technisch, produktionsorganisatorisch, betriebswirtschaftlich und personell zu optimieren. Rüstzeitanalysen sind jedoch objektiv sehr zeitintensiv und werden deshalb fast nur in Form singulärer Beobachtungen im Hinblick auf konstruktive und automatisierungstechnische Maßnahmen zur Zeiteinsparung durchgeführt. Darüber hinaus sind gerade im Lebensmittelbereich nicht nur die Mengenverluste, sondern auch die oft unerkannten Risiken für die Produktsicherheit, -haltbarkeit und -qualität gravierender.

 

Zielsetzung und Vorgehensweise

 

Ziel des Projekts ist die nachhaltige Reduzierung von Verlusten bei Rüst- und Reinigungsprozessen durch technische, produktionsorganisatorische, betriebswirtschaftliche und personelle Optimierung. Dafür müssen die immer wieder erforderlichen Rüstzeitanalysen effektiver und aussagesicherer durchgeführt und die Rüstprozesse schnell, reproduzierbar, verlustarm und qualitätssicher gestaltet werden.

 

Im Verbund mit den Projektpartnern SimPlan AG/IKA Dresden (Gesamtprojektleitung), Iglo Frozen Fish International GmbH Bremerhaven und FRoSTA AG Bremerhaven sind vier Arbeitsschritte geplant:

 

·      Zunächst erfassen, analysieren und klassifizieren die Wissenschaftler die Rüst- und Reinigungsprozesse – unter besonderer Berücksichtigung der Verlust erzeugenden Teilprozesse – am Beispiel repräsentativer Herstell- und Verpackungsanlagen für Tiefkühlkost. Im Rahmen ihrer Projektpartnerschaft haben die Iglo Frozen Fish International GmbH ihr Werk in Bremerhaven und die FRoSTA AG ihre Werke in Lommatzsch (Elbtal) und Bremerhaven dafür zur Verfügung gestellt.

·      Im zweiten Schritt erarbeitet das Projektteam wissenschaftliche Methoden und Strategien zur Optimierung dieser Prozesse.

·      Durch Integration in innovative Erfassungs- und Simulationswerkzeuge werden die Methoden und Strategien im dritten Schritt instrumentalisiert.

·      Abschließend soll das objektive und übertragbare Verbesserungspotenzial des so entwickelten Vorgangsmodells dann anhand repräsentativer Beispielanlagen der Projektpartner Iglo und FRoSTA prototypisch nachgewiesen werden.

 

Das Projekt „Ökonomisch bewertetes und simulationsgestütztes Vorgehensmodell für die Reduzierung von Verlusten bei Rüst- und Reinigungsprozessen von Herstell- und Verpackungsanlagen für Lebensmittel“ der Fakultät II der Hochschule Hannover unter Leitung von Prof. Dr. Matthias Weiß erhält vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft im Zeitraum von 01.09.2018 bis 31.08.2020 eine Förderung in Höhe von insgesamt 164.806 Euro.

 

Hochschule Hannover

Fakultät II

Abteilung Bioverfahrenstechnik

Heisterbergallee 10a,

D 30453 Hannover

https://f2.hs-hannover.de/startseite/index.html

 


Kontaktadresse Öffentlichkeitsarbeit und Marketing

Hochschule Hannover
Öffentlichkeitsarbeit und Marketing (OeM)
E-Mail:  presseat-zeichenhs-hannover.de
Internet: http://www.hs-hannover.de/oem


Forschung und Entwicklung 09.01.2019  
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