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Hannover, 29.10.2018
Nummer 11 / 2018

Social Media im Gesundheitsbereich – HsH erforscht Erfahrungsberichte über Rehakliniken in sozialen Netzwerken

Vergleichs- und Bewertungsportale im Internet stellen eine Marktmacht dar, denn positive Onlinebewertungen beleben das Geschäft. Das gilt für fast alle Branchen – selbst Ärzte und Kliniken werden längst bewertet. Das Ranking ist jedoch an subjektive Erfahrungsberichte gekoppelt und variiert von Portal zu Portal. Das schmälert die Aussagekraft.

Vergleichs- und Bewertungsportale im Internet stellen eine Marktmacht dar, denn positive Onlinebewertungen beleben das Geschäft. Das gilt für fast alle Branchen – selbst Ärzte und Kliniken werden längst bewertet. Das Ranking ist jedoch an subjektive Erfahrungsberichte gekoppelt und variiert von Portal zu Portal. Das schmälert die Aussagekraft.

Über welche Themen berichten Patienten in sozialen Netzwerken nach einer medizinischen Rehabilitation und welche Kritikpunkte sind ausschlaggebend für die Klinikbewertung? Diese Fragestellungen analysiert Prof. Dr. med. Uwe Sander von der Hochschule Hannover (HsH), Fakultät III, Abteilung Information und Kommunikation, in dem Projekt „Zufriedenheit von Rehabilitanden in Erfahrungsberichten der sozialen Medien (ZURESO)“. Die Deutsche Rentenversicherung Bund, Leistungsträger zahlreichen Reha-Behandlungen, bezuschusst die Forschungsarbeit mit 108.789 Euro.

Die gesetzliche Rentenversicherung führt kontinuierlich Zufriedenheitsbefragungen bei Patienten nach Abschluss der medizinischen Rehabilitation durch. Die Ergebnisse fließen in ein umfassendes Qualitätssicherungsprogramm ein. Zunehmend äußern sich die Befragten aber auch in den sozialen Netzwerken zu ihren Erfahrungen und bewerten in dem Portal „Klinikbewertungen.de“, wie sie die verschiedenen Behandlungen (Physiotherapie, Ergotherapie etc.) und den Aufenthalt erlebt haben. Auswertungen, wie die Bewertungen ausfallen und ob zwischen Aussagen in Onlinebewertungen und im Rahmen etablierter Messungen der Patientenzufriedenheit Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestehen, gibt es bisher nicht.

Das Forschungsprojekt soll jetzt erstmals eine systematische Analyse der Qualität und Anzahl von Onlinebewertungen am Beispiel des führenden Bewertungsportals Klinikbewertungen.de und Facebook durchführen. Im zweiten Schritt vergleichen die Wissenschaftler die Ergebnisse und Themen der Erfahrungsberichte mit der Befragung von Rehabilitanden durch die Rentenversicherung. Dafür ziehen sie Stichproben von Bewertungen und Erfahrungsberichten auf Klinikbewertungen.de und Facebook für eigene und federführend belegte Rehabilitationskliniken der Rentenversicherung im Zeitraum 2014-2017 heran. Diese werden dann den Ergebnissen der klassischen Befragungen von acht Indikationsgruppen, wie z. B. Orthopädie, Onkologie oder Psychosomatik, der Rentenversicherung gegenübergestellt. Ziel dieser Analyse ist die Ableitung von Handlungsempfehlungen für den Umgang der Rentenversicherungsträger und Rehakliniken mit online abgegebenen Patientenkommentaren. Im Anschluss soll ein Expertenworkshop einen entsprechenden Leitfaden entwickeln.

Mit diesem Forschungsprojekt knüpft Prof. Dr. med. Uwe Sander, der Medizinisches Informationsmanagement an der HsH lehrt und im Bereich der Qualitätssicherung im Krankenhaus forscht, an frühere Untersuchungen an. Bereits zwischen 2015 und 2017 analysierte Sander das Patienten-Nutzungsverhalten sozialer Netzwerke und konnte belegten, dass Patientenkommentare auf Klinikvergleichsportalen die Krankenhauswahl beeinflussen, wenn auch nicht so stark wie zum Beispiel bei Hotelvergleichen. Weitere Projektbeteiligte der HsH sind Felix Hopf, Benjamin Kolb, Dr. Christiane Patzelt und Prof. Dr. Thomas J. Schult. Das Forschungsprojekt läuft bis zum 31. Juli 2019. Kooperationspartner ist die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.


Kontaktadresse Öffentlichkeitsarbeit und Marketing

Hochschule Hannover
Öffentlichkeitsarbeit und Marketing (OeM)
E-Mail:  presseat-zeichenhs-hannover.de
Internet: http://www.hs-hannover.de/oem


Forschung und Entwicklung 29.10.2018  
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